Mehr als 70 Billerbecker beteiligen sich am großen Frühjahrsputz auf öffentlichen Flächen Angler fischen Müll vom Wegesrand

Billerbeck. „Och, wir haben sogar mal ‘nen ganzen Motorblock gefunden“, erzählt Karl-Anton Schürhaus. Und das sollte keine Scherz sein, auch wenn es der erste April war, an dem er und seine Kollegen vom Angelsportverein an der Berkelquelle und dem alten Freibad unterwegs waren, um Müll zu sammeln. Die Gruppe gehört zu den insgesamt mehr als 70 Billerbeckern, die sich am Samstagvormittag an der großen Müllsammelaktion der Stadt beteiligen.

Von Iris Bergmann
Mehr als 70 Billerbecker beteiligen sich am großen Frühjahrsputz auf öffentlichen Flächen : Angler fischen Müll vom Wegesrand
Tauschten die Angelruten gegen Greifzangen, um im Bereich Berkelquelle und altes Freibad achtlos weggeworfenen Müll einzusammeln: die Freiwilligen des Angelsportvereins Billerbeck. Fotos: Iris Bergmann Foto: az

Neun Uhr am Feuerwehrhaus in Billerbeck: Autos mit Anhängern rollen auf den Parkplatz, es wimmelt von Menschen. Sandra Niemann vom städtischen Fachbereich Zentrale Dienste und Ordnung ist mittendrin und hat alle Hände voll zu tun. Die Aufteilung der Sammelgebiete hat sie schon im Vorfeld vorgenommen, der Plan hängt übersichtlich an der Wand. Davor jede Menge Rollen mit blauen Müllsäcken, Greifzangen, Arbeitshandschuhe und Warnwesten in allen Größen. „Haben sie auch eine Kinderweste dabei?“, fragt ein Vater und schiebt seinen Filius nach vorn zu Sandra Niemann. Klar hat sie. Zum zweiten Mal leitet sie die Aktion und ist gewappnet. Bis zum Mittag werden die Müllsammler unterwegs im Stadtgebiet und drumherum sein. Danach wartet auf alle ein deftiges Essen zur Stärkung.

Aber erst einmal finden sich auf dem Platz vor der Feuerwache nach und nach die verschiedensten Gruppen zusammen: Die Jugendfeuerwehr gehört unter anderem dazu und meldet zehn Mann plus Betreuer, der Reiterverein ist dabei, die Kolpingsfamilie, eine Bürgerinitiative, die Nachbarschaft Deisselweg, der Schützenverein Westhellen oder auch die Jäger und die Männer vom Angelsportverein. Alle gut gelaunt und voller Tatendrang.

Die fünf vom Angelsportverein, das sind Ludger Rohling, Fritz Kirchner, Gerd Köning, Hermann Averesch und Karl-Anton Schürhaus, haben einen kleinen Anhänger hinter ihrem Auto und fahren raus zur Berkelquelle und zum alten Freibad. Sie sind schon erfahrene Sammler. „Zum siebten oder achten Mal machen wir schon mit“, weiß Schürhaus. Mit dem Wetter haben sie heute Glück, es ist mild und die Sonne kommt raus. Statt Angelruten und Klappstuhl haben sie heute eine Greifzange und einen blauen Müllsack dabei. Auf dem Weg zum alten Schwimmbad sammeln sie Papiertaschentücher rechts und links aus dem Gras. Und auch einen Hundekotbeutel, worüber die Männer den Kopf schütteln.

Am alten Freibad angekommen, sieht Schürhaus schon von weitem, dass da in der letzten Nacht jemand ein Lagerfeuer gemacht haben muss. Steine im Kreis geschichtet, die Asche ist noch heiß. Drumherum leere Getränkepackungen und Wurstpellen. „Da haben wohl welche den ersten lauen Abend für ein romantisches Picknick genutzt,“ schmunzeln die Petri-Jünger, „angeln“ mit den Greifzangen die leeren Packungen und verfrachten sie in die Mülltüten. Na dann weiterhin „Petri Heil!“

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