Rund 50 Aussteller kommen für den Büchermarkt am 30. April in die Domstadt Lyrik per Schreibmaschine

Billerbeck. Am Anfang war das Wort. Dann kam das Buch. Später die Schreibmaschine. Eben diese steht im Mittelpunkt des Schaffens von Marion Lohoff-Börger. Die Autorin widmet sich der „Schreibmaschinen-Lyrik“. Das bedeutet: „Meine Gedichte zu verschiedenen Anlässen halte ich mit der Schreibmaschine fest und bringe dieses Schriftbild anschließend auf Postkarten, die ich unter die Menschen bringe“, so die begeisterte Texterin. In ihren Fokus gehören dabei auch die Regionalsprachen „Plattdeutsch“ und „Masematte“. „Beide haben ihren eigenen Charme und eine ursprüngliche Ironie“, so die Münsteranerin, die sich und die Produkte ihres kreativen Schaffens erstmalig auf dem Billerbecker Büchermarkt am 30. April vorstellt. Wie das klingt? Beispielsweise so: Dieser Seegers war hamel ambach. Jetzt pooft er im Kolani und wir sind hamel am flennen. Aus dem „Soziolekt“ Masematte ins Hochdeutsche übersetzt heißt das: „Der Mann war schwer in Ordnung. Jetzt schläft er im Sarg und wir sind total am heulen.

Von Ulla Wolanewitz
Rund 50 Aussteller kommen für den Büchermarkt am 30. April in die Domstadt : Lyrik per Schreibmaschine
Laden zum Büchermarkt ein: (v.l.) Antiquar Rainer Heeke aus Breedevoort, Autorin Marion Lohoff-Börger und Buchhändlerin Heike Geßmann. Fotos: Ulla Wolanewitz Foto: az

Antiquar Rainer Heeke und Buchhändlerin Heike Geßmann haben ihre wahre Freude daran, zu jedem Billerbecker Büchermarkt eine Neuheit und etwas Besonderes vorstellen zu können. Zwei weitere Schreibmaschinen-Lyriker aus Karlsruhe und Hannover haben zudem ihre Teilnahme zugesagt. Mit dem 17. Mal steht die Veranstaltung nun auch schon „kurz vor ihrer Volljährigkeit“, lässt der Antiquar durchblicken. Jedes Frühjahr bringt er Zahlen und Trends von der Leipziger Buchmesse mit, die immer wenige Woche zuvor stattgefunden hat. Versteht sich von selbst, dass er seinen Aufenthalt dort auch nutzt, um überregional Werbung für den Billerbecker Büchermarkt zu machen – bei den Antiquaren und ihren Fans. „Die Tatsache, dass in diesem Jahr fast zehn Prozent mehr Besucher dort waren, ist ein guter Beweis dafür, dass sich das Buch – trotz Internetkonkurrenz und der Schließung vieler Buchläden – im Aufwärtstrend befindet“, so der Bücherexperte.

Nicht weniger als 50 Aussteller werden in diesem Jahr erwartet. Da die zur Verfügung stehende Ausstellungsfläche vom Johanniskirchplatz durch das Gerüst auf der Hauptseite von St. Johann etwas eingeschränkt ist, „nutzen wir die Möglichkeit, uns bis in die Fußgängerzone auszudehnen“, erklärte Heike Geßmann. Die Buchhändlerin erreichte unlängst die Anfrage einer Flüchtlingsgruppe, die sich gerne mit der Präsentation ihrer Herkunftsländer sowie Essen und Trinken beteiligen möchte. „Auf dieses Engagement freuen wir uns schon“, so Heike Geßmann. Los geht es am Sonntag um 11 Uhr. Flankiert wird diese Frühjahrs-Veranstaltung vom Bücherflohmarkt für Kinder und jugendliche Aussteller, der Kirmes auf dem Rathausplatz und der verkaufsoffenen Innenstadt ab 13 Uhr. Die Anmeldungen für den Bücherflohmarkt laufen bereits über die Bücherschmiede Geßmann (Tel. 02543/8588).

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