Billerbeck „Schüler freuen sich auf ihren Spielplatz“

Billerbeck. Im Ludgerischulgebäude ist was los – und das, obwohl Osterferien sind. Dachdecker und Maler sind bei der Arbeit. Und: Der Umzug oder besser gesagt der Rückzug in die ehemalige Mädchenschule ist in vollem Gange. Die beiden Lehrerinnen Marion Ahmann und Monika Brinks schleppen Kisten, räumen Bücher aus, bereiten in ihren Klassen alles für den Schulstart vor. Denn: Nach rund einem halben Jahr ziehen die Grundschüler, die teilweise im Don-Bosco-Gebäude der Geschwister-Eichenwald-Schule und im Johannisschulgebäude untergebracht waren, in ihr Gebäude zurück. Und alle freuen sich – Lehrer, Schüler und Eltern. „Alle sind glücklich“, so Monika Brinks. Denn auch wenn die Schüler und Lehrer von der Geschwister-Eichenwald-Schule herzlich aufgenommen wurden, habe es für alle Einschränkungen gegeben – wie beispielsweise durch unterschiedliche Pausenzeiten und parallelen Sportunterricht. „Es war alles toll. Aber das Gelände ist nicht für kleinere Kinder ausgerichtet. Unsere Schüler freuen sich auf ihren Spielplatz“, so Monika Ahmann.

Von Stephanie Dircks
Billerbeck: „Schüler freuen sich auf ihren Spielplatz“
Foto: Stephanie Dircks

Grund für die vorübergehenden neuen Bleiben waren umfangreiche Sanierungarbeiten an dem denkmalgeschützten Gebäude. Die 1000 Quadratmeter große Fassade aus Sandsteinblöcken wurde mit beträchtlichem Aufwand gründlich gereinigt. Die letzten Restarbeiten sollen zum Ende dieser Woche fertig sein, wie Gerd Mollenhauer, Leiter des städtischen Fachbereiches Planen und Bauen, berichtet. Ausgetauscht wurden auch die Fenster. Alle Klassenräume sowie die Flure sind gestrichen worden. Gegenüber im Neubau ist ein Klassen- zu einem Ruheraum für die Schüler umgestaltet worden. „Dort muss noch der Teppich verlegt werden“, sagt Mollenhauer. Die Klassenräume sind, finanziert durch Mittel aus dem Programm „Gute Schule 2020“ des Landes NRW, mit Beamern und Tafel-Leinwänden ausgestattet worden.

Das Innere des Ludgerischulgebäudes ist weitestgehend fertig. Nur die Arbeiten am Dach des 125 Jahre alten Gebäudes werden zu Beginn des Schulstarts noch nicht abgeschlossen sein. „Wenn alles gut geht, dann wird vielleicht eine Hälfte des Daches fertig und mit der zweiten schon begonnen sein“, so Mollenhauer. Die besonderen Schieferplatten aus Wales sind bekanntlich auch der Hauptgrund, warum sich die Arbeiten am Gebäude so extrem verzögert haben. Eigentlich sollten Schüler und Lehrer schon nach den Herbstferien vergangenen Jahres zurückkehren. Die Lieferung des Schiefers hatte sich verzögert. 20 Wochen musste darauf gewartet werden. Weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht, gelten strenge Auflagen. Deshalb muss der einst verbaute walisische Schiefer an den 450 Quadratmeter umfassenden Dachseiten durch ebensolchen von jenseits des Ärmelkanals ersetzt werden. „Hinzu kam noch ein Winter, den wir nicht gerne hatten“, so Mollenhauer. Durch Frost, viel Regen und Unwetter konnte nicht viel weitergearbeitet werden. Durch Bauzäune werde die Baustelle so abgesperrt, dass für die Sicherheit der Schüler gesorgt sei. Das Schulgelände sei in dieser Zeit über den Bereich an der Turnhalle zugänglich. Rund 650 000 Euro kostet die gesamte Maßnahme, knapp die Hälfte muss die Stadt selbst aufbringen. Erneuert wird auch der Fahrradunterstand, dessen Kosten sich auf rund 15 000 Euro belaufen.

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