Billerbeck Nach der Sommerpause gibt es erste konkrete Beitrags-Zahlen

Billerbeck (ude). Zwar hat der Rat am Ende beschlossen, dass der Umbau der Innenstadt (Ludgeristraße, Mühlenstraße, Lilienbeck und Teile der Kirchstraße und Coesfelder Straße) weitergehen soll – unproblematisch lief das aber nicht.

Von Ulrike Deusch
Billerbeck: Nach der Sommerpause gibt es erste konkrete Beitrags-Zahlen
Blick in die Mühlenstraße: Sie gehört zu den Straßen im historischen Ortskern, die umgebaut werden sollen. Ein Teil der Anlieger kann das nicht nachvollziehen und befürchtet sehr hohe Beiträge. Foto: Stephanie Dircks

Zunächst berichtete Bürgermeisterin Marion Dirks, dass sich eine Interessengemeinschaft „Obere Mühlenstraße“ gegründet habe, die keinen Bedarf für den Ausbau ihrer Straße sehe und befürchte, „dass die Kosten so hoch sind, dass die Familien das nicht tragen können.“ Dirks versprach, ein Gespräch mit den Anliegern zu führen und verwies auf die jüngste Bauausschusssitzung, in der die Verwaltung bereits angekündigt hatte, eine Sondersatzung vorzubereiten, die regeln soll, dass die Anlieger bestimmte Mehrkosten – wie etwa für teureres Natursteinpflaster – nicht tragen müssen. Diesem Vorgehen hatte der Ausschuss zwar zugestimmt, es hatte aber schon skeptische Töne aus den Reihen der CDU gegeben. Die wollte denn auch im Rat der Entwurfsplanung des Büros Lohaus + Carl nicht zustimmen. Fast alle CDU-Vertreter enthielten sich der Stimme.

„Wir haben bei dem gesamten Projekt Bauchschmerzen“, so Fraktionschef Marco Lennertz. „Wir dürfen die Anlieger nicht über Gebühr belasten“, forderte er und rief seine Ratskollegen und die Verwaltung auf, bei allen Einzelheiten des Ausbaus „noch mal kritisch und genau hinzuschauen.“

„Wir beschließen heute nicht den Ausbau in allen Details, sondern nur die Entwurfsplanung“, stellte Bürgermeisterin Marion Dirks klar. „Wir müssen die Kosten im Auge behalten, aber hier geht es auch ums Gesamtwohl der Stadt Billerbeck“, betonte sie. Bekanntlich soll der Innenstadtumbau nicht nur die Attraktivität steigern und den historischen Ortskern wieder erlebbar machen, sondern auch Barrierefreiheit schaffen, was Thomas Walbaum (SPD) noch mal in Erinnerung rief.

Verständnis für die Anlieger äußerten auch Vertreter von Grünen und SPD. Aber: „Grundsätzlich sind wir bereit, den nächsten Schritt zu gehen“, so SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Tauber. Viele Details müssten noch genau betrachtet werden und „vor allem müssen wir die Betroffenen mitnehmen.“ Grünen-Sprecher Ulrich Schlieker betonte, bei allem Verständnis für die Anlieger das Wohl ganz Billerbecks betrachten zu wollen. Er forderte die Verwaltung auf, im Sinne der Anlieger und als Basis für die weitere Diskussion konkrete Zahlen zu liefern. Nach der Sommerpause werden vorläufige Zahlen präsentiert, versprach die Verwaltung.

Leserkommentare
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5884379?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947609%2F