CDU-Spitzenkandidat Laschet: weniger Bürokratie und bessere Bildung / Korth eröffnet heiße Wahlkampfphase Rundumschlag gegen Rot-Grün

Coesfeld. Das hat schon was von einem großen Auftritt: Noch bevor Armin Laschet das Forum im WBK betritt, rauscht ein Tross von Medienleuten herein, Kameras gerichtet, Mikrofone aufgestellt. Dann ist er da, der CDU-Spitzenkandidat im Landtagswahlkampf. Dunkler Anzug, dezente Krawatte, schneller Schritt, an seiner Seite der heimische Landtagskandidat Wilhelm Korth, der damit offiziell seinen Wahlkampf eröffnet.

Von Ulrike Deusch
CDU-Spitzenkandidat Laschet: weniger Bürokratie und bessere Bildung / Korth eröffnet heiße Wahlkampfphase : Rundumschlag gegen Rot-Grün
Armin Laschet (3.v.l.) zwischen den CDU-Kandidaten Wilhelm Korth (r., Landtag) und Marc Henrichmann (2.v.l., Bundestags); links Stadtverbandsvorsitzender Valentin Merschhemke. Foto: Ulrike Deusch

Einen Münsterlandtag hat er schon hinter sich, berichtet Laschet den rund 200 Zuhörern. Neuenkirchen, Altenberge, Gescher, Coesfeld. Ein wenig ist ihm die Atemlosigkeit des Wahlkampfs anzumerken. Trotzdem ist Laschet konzentriert. Kein Rednerpult, er sucht Nähe zu den Gästen.

Eine kurze Solidaritätsbekundung gegenüber den Spielern von Borussia Dortmund, die zur selben Zeit ihr wegen des Terrorangriffs verschobenes Spiel austragen – und damit ist er schon mitten in der Politik. Thema: Innere Sicherheit. 144 Einbrüche in NRW pro Tag, sechs andere Bundesländer hätten zusammen weniger, rechnet Laschet vor. „Unsere Landesregierung setzt ihre Prioritäten beim Blitzermarathon, statt was gegen Einbrecher zu unternehmen“, kritisiert er Rot-Grün. Der Fall Amri, die Ereignisse in Köln in der Silvesternacht, No-go-Areas in Städten. „Man muss Recht durchsetzen“, fordert Laschet. „Null Toleranz gegen Kriminelle.“

Thema Wirtschaft: Die Landesregierung führe Planungen nicht zügig durch und versäume es Fördermittel für eine bessere Verkehrs-Infrastruktur abzurufen, lautet Laschets Vorwurf. Ähnliches gelte für die Digitalisierung in Gewerbegebieten und außerhalb der großen Städte. „Wir dürfen den ländlichen Raum nicht allein lassen“, fordert er. Applaus, der sich noch steigert, als Laschet sich den Grünen Umweltminister Remmel vornimmt: „Der überlegt sich jeden Tag etwas Neues, wie er mit noch mehr Bürokratie die Menschen Ärgern kann.“ Schluss mit der Bürokratie, fordert Laschet, stattdessen Stärkung der Bürgermeister und Räte vor Ort.

Thema Bildung: Zu wenig Plätze für die U3-Betreuung, zu viel Unterrichtsausfall, schlecht ausgestattete Schulen, Schließung von Förderschulen, „die Inkusion vor die Wand gefahren“ – Laschet holt zum Rundumschlag aus. Soziale Gerechtigkeit, die SPD-Kanzlerkandidat Schulz verspreche, beginne bei guten Bildungschancen. „Wir brauchen wieder Aufsteigermentalität“, fordert Laschet. Schließlich sein Appell an die Wähler: „Finden wir uns nicht damit ab, dass wir in NRW im Ländervergleich immer hinten sind.“ Viel Applaus.

Dann nimmt Wilhelm Korth das Mikrofon in die Hand, stellt sich kurz vor und sagt, wofür er steht: „Wir möchten dem ländlichen Raum eine starke Stimme geben.“ Das kommt gut an beim Publikum. Dann moderiert er eine sehr kurze Fragerunde – Spitzenkandidat Laschet muss weiter. Gronau wartet. Hastiger Abschied. Ein paar Fans würden gern noch Selfies machen, aber da rauscht Laschet schon Richtung Tür.

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