Marianne Pink vom früheren Verein „Das Tor für Menschen in Not“ mit der Stadtplakette ausgezeichnet „Ein Zeichen der Nächstenliebe“

Coesfeld. Unzählige Päckchen hat sie gepackt, unzähligen Menschen geholfen und Freude geschenkt. Jetzt bekam Marianne Pink, die frühere Vorsitzende des inzwischen aufgelösten Vereins „Das Tor für Menschen in Not“ selber ein „Päckchen“. Ein kleines nur, wie Bürgermeister Heinz Öhmann bei der Auszeichnung im Schloss-Saal schmunzelte: Ein Schächtelchen nur. Darin aber eine hohe Auszeichnung: die Plakette der Stadt Coesfeld für hervorragende Verdienste. Öhmann dankte Pink für ihren „beispielhaften und vorbildlichen Einsatz“. Mit Spendentransporten, zahlreichen Aktionen und viel Einfallsreichtum habe das „Tor“ und die Vorläuferorganisation „Polenhilfe“ seit 1983 Notleidenden geholfen. Auch auf andere Länder seien die Aktivitäten ausgedehnt worden, blickte Öhmann zurück. So für Hilfsprojekte in Rumänien, in Afghanistan, im Kosovo und in anderen Regionen Osteuropas.

Von Viola ter Horst
Marianne Pink vom früheren Verein „Das Tor für Menschen in Not“ mit der Stadtplakette ausgezeichnet : „Ein Zeichen der Nächstenliebe“
Ein „Päckchen“ für Marianne Pink, die selber jahrzehntelang Pakete an Menschen verschickte: Bürgermeister Heinz Öhmann überreicht die Stadtplakette für hervorragende Verdienste an die engagierte Coesfelderin. rechts Familienmitglieder, im Hintergrund Vertreter des Rats und des Teams des inzwischen aufgelösten Vereins. Fotos: vth Foto: az

Spendensammlungen, Bücher- und Trödelmärkte und andere Aktionen dienten dazu, Gelder und Material für die Transporte zusammen zu bekommen.

„Die Pakete hatten für die Empfänger nicht nur einen materiellen, einen Geldwert“, betonte Öhmann. „Sie waren immer ein Zeichen der Nächstenliebe. Ein Gruß aus der Ferne.“ Insbesondere in den 80er Jahren, als es noch den „Eisernen Vorhang“ gab.

Die Spendenbereitschaft der Bevölkerung sei von Anfang an riesig gewesen.

Hunderte von Kindern und Schülern seien an der Aktion „Ich schenke dir meinen Stern“ zusammen mit der Initiative „Kleiner Prinz“ beteiligt gewesen, um jedes Jahr Waisen- und Straßenkindern in Rumänien mit Weihnachtspäckchen eine Freude zu bereiten. So manches Mal, erinnerte sich Öhmann, sei das Vereinslokal überschwemmt mit Paketen gewesen und Pink habe die Lieferungen durch das weit geöffnete Fenster angenommen.

Für all die Aktionen und ihr unermüdliches Engagement wurde Pink bereits 2007 mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Im September 2016 beschloss der Coesfelder Rat, dass Pink zudem die Plakette der Stadt Coesfeld für ihre hervorragenden Verdienste bekommen soll.

Auch nach der kürzlichen Auflösung des Vereins wirke er weiter fort, lobte Öhmann. So sei das Vereinsvermögen für den Bau eines Brunnens in Uganda und die Kinderkrebshilfe Münster gespendet worden.

Die sichtlich gerührte Marianne Pink stellte heraus, dass ohne ihr Team die Sammlungen und vielen Aktionen nicht möglich gewesen wären. „Die Auszeichnung gilt fürs ganze Team, euch möchte ich besonders danken“, sagte sie.

Und Pink wäre nicht Pink, wenn sie nicht selbstlos geben würde: einen für sie gedachten Strauß Rosen verteilte sie Blume für Blume als Dank an Teammitglieder, Unterstützer, Familienangehörige und Freunde, die zu der hohen Auszeichnung ins Coesfelder Schloss gekommen waren.

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