Coesfeld Böse Mädchen erheben die Stimme

Coesfeld. 100 Frauen, die ihre Stimmen erheben und gemeinsam „Gabriellas Lied“ aus dem Film „Wie im Himmel“ singen. Das Lied einer Frau, die ihrem gewalttätigen Mann den Rücken kehrt und wieder leben will. Wow! Gänsehaut! Tolles Finale eines Konzertabends, zu dem die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Coesfeld, Brigitte Tingelhoff, in Zusammenarbeit mit Frauen e.V. anlässlich des Weltfrauentages eingeladen hatte.

Von Christine Tibroni
Coesfeld: Böse Mädchen erheben die Stimme
Die Swinging Voices of Bad Girls präsentierten unter anderem zwei Hymnen der internationalen Frauenbewegung. Foto: az

Das Programm im nahezu ausverkauften Pädagogischen Zentrum gestalteten drei Frauenchöre: die Swinging Voices of Bad Girls unter der Leitung von Brigitte Stumpf-Giselmann aus Münster, der Dülmener Projektchor Frauenpower, geleitet von Verena Voss, und Kir Vocal aus Lüdinghausen unter der Leitung von Sigrid Hartmann. Den Auftakt machten die bösen Mädchen, bei denen Brigitte Tingelhoff auch selbst aktiv ist. Wobei: So richtig böse waren die Damen gar nicht. Immerhin präsentierten sie mit „March of the women“ und „Brot und Rosen“ zwei Hymnen der internationalen Frauenbewegung und erinnerten zwischen diesen beiden Klassikern an starke Frauen wie Janis Joplin, Cindy Lauper, Zaz und Queen Bee. Leider spannen die beiden folgenden Gruppen den roten Faden nicht weiter. Der Projektchor Frauenpower, der sich eigens für das Konzert zusammengefunden hatte und mangelnde Auftrittsreife mit umso entschlossenerem Auftreten kompensierte, wie auch die Damen von Kir Vocal konzentrierten sich auf bekannte Melodien aus Rock, Pop und Musical.

Kir Vocal, die seit elf Jahren gemeinsam musizieren fielen mit ihrer gesanglichen Leistung positiv auf. Ausgezeichnet ihre Interpretation von „A Heart in New York“ (Simon & Garfunkel), bei der es plötzlich sehr still im Saal wurde. Viel vorgenommen hatten sich die Damen mit einem Adele-Medley, das – kein Wunder – deutlich hinter dem Original zurückblieb.

Zum Finale trafen sich dann alle drei Chöre auf der Bühne und begeisterten nicht nur mit „Gabriellas Lied“, sondern mit einer Zugabe, in die das Publikum einstimmen durfte: Der ganze Saal sang Hildegard Knefs „Für mich soll‘s rote Rosen regnen“ – eine Extra-Portion Selbstbewusstsein und ein schönes Schlusswort zum Weltfrauentag. | Kommentar

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