Coesfeld Von Freundschaft mit Jesus berichten

Coesfeld. Familien, Freunde und Wegbegleiter – alle waren sie in den gut gefüllten St.-Paulus-Dom zu Münster gekommen, um dabei zu sein, als Bischof Dr. Felix Genn in einem festlichen Gottesdienst vier junge Männer zu Diakonen geweiht hat.

Von Allgemeine Zeitung
Coesfeld: Von Freundschaft mit Jesus berichten
Stefan Rosenbaum verspricht vor der Weihe Bischof Dr. Felix Genn Ehrfurcht und Gehorsam. Foto: az

Unter ihnen sind auch Stefan Rosenbaum (37) aus Marl, der als Diakon in der Gemeinde Anna Katharina eingesetzt wird, und Alexander Senk (29) der ebenfalls aus der Gemeinde Anna Katharina stammt. Außer den beiden sind auch Jan Aleff (36) aus Dorsten-Rhade und Jan Henrik Röttgers (28) aus Bösel zum Diakon geweiht worden. Sie alle bekundeten zunächst ihre Bereitschaft zur Weihe. Hartmut Niehues, Regens des Priesterseminars, bezeugte nach alter Tradition gegenüber dem Bischof, dass die vier jungen Männer würdige Kandidaten seien, heißt es im Pressebericht des Bistums. In seiner Predigt nahm Genn Bezug auf das Bild, das die Vorderseite des Heftes mit dem Ablauf des Gottesdienstes schmückte. „An dem Bild kann man ablesen, wie die künftigen Diakone ihren Weg und ihren Dienst deuten. Jesus legt Menas, der neben ihm steht, die Hand auf die Schulter – ein Zeichen der Freundschaft“, beschrieb Genn die Abbildung der Ikone aus dem 6. Jahrhundert. In eine Freundschaft träte man ein, werde berührt, lasse sie sich entwickeln. „Heute Freundschaft mit Jesus zu schließen, geht nur mit einem Auferstandenen. Es liegt daran, dass er lebendig da ist, dass er zum schönsten Geschenk eines Lebens werden kann“, betonte Genn in seiner Predigt.

Vielleicht habe es in der Beziehungsgeschichte mit Jesus bei den Weihekandidaten auch Fragen und Zweifel gegeben. Aber sie hätten erfahren, dass er mit all ihren Schwächen an ihnen interessiert bleibe. „Diese Erfahrung können viele Menschen machen, und sie muss nicht unbedingt zu einem kirchlichen Dienst führen“, sagte Genn weiter. Aber es sei möglich, in dieser Beziehung und Freundschaft Zeuge zu sein und mit Jesus in die gleiche Richtung zu gehen. Gott diene den Menschen und nehme die Realität des Bösen auf sich. „Die Grundlage des kirchlichen Amtes ist das Dienen. Die Begegnung mit Jesus und der Wunsch, anderen Menschen davon zu erzählen, hat euch bewogen, heute hier zu stehen. Ihr wollt mit ihm in dieselbe Richtung gehen und dabei das Bewusstsein haben, dass er bei uns bleibt alle Tage bis zum Ende der Welt“, sagte der Bischof mit Blick auf die vier Weihekandidaten. Das Dienen habe viele Gesichter und sei nicht nur einfach eine Funktion. Sondern es sei eine innere Dimension aus der Erfahrung, dass Gott der erste sei, der diene. Es sei wichtig mit ihm in dieselbe Richtung zu gehen. „Und in Ängsten denkt immer daran: Seine Freundschaft trägt auch meine Angst für mich.“

Im Anschluss an die Predigt erklärten die vier jungen Männer, dass sie bereit seien unter anderem zum regelmäßigen Gebetsleben, zur Ehelosigkeit, zur Verkündigung der Heiligen Schrift sowie zum besonderen Einsatz für Notleidende. Im Anschluss versprachen sie dem Bischof Ehrfurcht und Gehorsam. Dazu knieten sie vor ihm und legten ihre Hände in seine. Später legte Genn den vier Männern still seine Hände auf und spendete damit das Weihesakrament. Im Anschluss brachten ihnen die Pfarrer, in deren Gemeinden die Priesteramtskandidaten ihr Gemeinde- und auch ihr Diakonatsjahr absolvieren, die Stola und das liturgische Diakon-Gewand. Zum Abschluss der Weiheliturgie umarmte der Bischof die Neugeweihten herzlich.

Die musikalische Gestaltung des Festgottesdienstes übernahmen die Kantorei Anna Katharina aus Coesfeld unter der Leitung von Kantor Ralf Blasi, die Schola des Priesterseminars Borromaeum unter Leitung von Bezirkskantorin Jutta Bitsch sowie die Schola der Klarissen am Dom. Die Orgel spielte Domorganist Thomas Schmitz.

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