Coesfeld
Gefahr stets im Blick behalten

Coesfeld. Ein Mückenstich ist schmerzhaft. Wenn aber die Zecke zuschlägt, gibt sie mit dem Speichel ein Betäubungsmittel ab. Daher tut ein Zeckenstich nicht weh, obwohl der Stechapparat der Zecke viel dicker ist als der einer Stechmücke.

Dienstag, 05.06.2018, 17:36 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 05.06.2018, 17:34 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 05.06.2018, 17:36 Uhr
Apotheker Winfried A. Schürmann (Adler-Apotheke) zeigt, wie eine Zeckenkarte funktioniert. Auch eine Zeckenzange kann eingesetzt werden, um die Spinne zu entfernen. Insektenschutzsprays wirken vorbeugend. Foto: az

Die Zecke bohrt sich ins Fleisch und saugt Blut. Jetzt gilt es, Ruhe zu bewahren. Die Zecke sollte schnell von der Haut entfernt werden. „Am besten mit einer Zeckenzange“, empfiehlt Dr. Ludger Höing, Facharzt für Allgemeinmedizin und stellvertretender Sprecher des Ärzterings Coesfeld. Denn je länger der Saugvorgang anhält, desto wahrscheinlicher ist eine Übertragung von Krankheitserregern.

Danach sollte man in den nächsten vier Wochen beobachten, ob eine sogenannte Wanderröte auf der Haut zu sehen ist. Die Zecke kann verschiedene Krankheiten übertragen. In unserer Region könne Borreliose auftreten. Das ist ein bakterielle Erkrankung. Dr. Höing beruhigt: „Die Übertragung ist allerdings selten.“ Auch eine Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME), eine Virus-Erkrankung, ist möglich. Das Münsterland zählt bisher noch nicht zu den FSME-Risiko-Gebieten.

Das Robert-Koch-Institut weist jedoch darauf hin, dass neben Bayern und Baden-Württemberg auch in den nördlichen Bundesländern vereinzelt FSME-Erkrankungen beobachtet würden, sodass besonders während der Zeckensaison bei entsprechender Symptomatik überall in Deutschland an FSME gedacht werden sollte.

Waren 1998 noch 63 Landkreise im gesamten Bundesgebiet als FSME-gefährdet eingestuft, so waren es 2017 schon 146 Stadt- und Landkreise.

Gegen FSME kann man sich impfen lassen, erläutert Dr. Höing. „Gegen Borreliose nicht“, fügt er hinzu. Vorbeugen könne aber jeder, indem er sich durch Kleidung vor Zecken schütze. Nach dem Aufenthalt im Freien solle man seinen Körper auf Zecken absuchen, um so die Gefahr zu bannen.

Apotheker Winfried A. Schürmann von der Adler-Apotheke empfiehlt, die Zecke mit einer Zeckenzange oder -karte zügig und rückstandslos zu entfernen, die Stelle zu desinfizieren und zu notieren, an welchem Tag die Zecke an welcher Stelle am Körper zugestochen hat. Bei einer Entzündung rät er dringend dazu, den Arzt aufzusuchen. Ansonsten soll die Einstichstelle beobachtet werden. Um einem Zecken- oder auch Insektenstich vorzubeugen, gebe es verschiedene Sprays. Diese könnten zum Teil schon bei Kindern ab dem ersten Lebensjahr angewendet werden.

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