Coesfeld
Das lange Warten hat ein Ende

Coesfeld. Das lange Warten auf das Öffnen der Bahnschranke am Bahnübergang Wiedauer Weg hat für Radfahrer und Fußgänger ein Ende. Seit gestern greift eine neue Regelung, wie Bahnsprecher Dirk Pohlmann mitteilte. Waren die Schranken früher stets geschlossen und wurden nur auf Anforderung geöffnet, senken sich die Schranken jetzt nur, wenn der Zug vorbeirauscht.

Freitag, 08.06.2018, 10:32 Uhr

Die Schranken am Bahnübergang senken sich ab sofort nur noch, wenn ein Zug dort vorbeirauscht. Foto: Manuela Reher

Um diese neue Regelung schaffen zu können, hat die Deutsche Bahn Sicherheitsvorkehrungen getroffen, wie der Bahnsprecher betonte. So sind zwei Leuchten und eine Video-Kamera im Bereich des Bahnübergangs installiert worden. Damit könne sich der Schrankenwärter auch visuell vergewissern, dass der Bahnübergang frei für die Durchfahrt eines Zuges ist. Diejenigen Radfahrer und Fußgänger, die den Bahnübergang überqueren wollen, bekommen in Zukunft das akustische Signal, dass die Schranken geschlossen werden. All das sei notwendig, um den Bahnübergang zusätzlich abzusichern.

Wie der Bahnsprecher weiter mitteilte, habe sich die Bahn nach Gesprächen mit der Stadt für die neue Regelung am Bahnübergang Wiedauer Straße entschieden. Möglich gewesen wäre auch, den Bahnübergang aus Sicherheitsgründen komplett zu schließen und nicht mehr passierbar zu machen oder einen „regulären“ Bahnübergang mit Vollschranken und Lichtzeichenanlage zu schaffen. Letztere Variante habe die Bahn angesichts der enormen Investitionskosten, die dann nötig gewesen wären, verworfen.

Bereits seit einiger Zeit sei der Bahnübergang Wiedauer Weg in Coesfeld Thema bei der Bahn gewesen. Allerdings sei das Thema dann wegen des Unfalls am 3. November 2016, als ein 15-jähriger Coesfelder dort verunglückt und lebensgefährlich verletzt worden ist, noch einmal in den Blickpunkt gerückt worden.

Bei dem Übergang handelte es sich damals um eine so genannte Anrufschranke. Der Schlagbaum war immer unten. Per Knopfdruck musste man den Fahrdienstleiter anrufen, der die Schranken dann öffnete – die Wartezeit betrug bis zu 25 Minuten.

Der Übergang wurde immer wieder politisch diskutiert. 2013 hatte der Coesfelder Stadtrat der Stadtverwaltung den Auftrag erteilt, die Installation einer Umlaufsperre – wie zwischen Darfelder Weg und Citadelle – zu prüfen. Außerdem sollte die Stadtverwaltung die Bahn auffordern, ihren Übergang besser zu sichern. Auch ein Schild mit weiteren Informationen hielt der Rat für sinnvoll.

Viele der Radfahrer und Fußgänger, die den Bahnübergang am Wiedauer Weg täglich queren, haben oft beklagt, dass sie lange auf das Öffnen der dauerhaft geschlossenen Schranken warten mussten. Manche haben sich sogar dafür ausgesprochen, die Schranken komplett zu entfernen und einen unbeschrankten Übergang zu schaffen. Jeder könne entsprechend vorsichtig sein. Das sei allemal besser, als eine „halbe Ewigkeit“ zu warten, hieß es. Die Bahnstrecke von Coesfeld nach Gronau sei an dieser Stelle schnurgerade und komplett einsehbar für jeden, der die Gleise überquere. Im übrigen sei die Anzahl der Züge, die dort entlangfahren, überschaubar. Manche Betroffene äußerten auch, dass sie oft genug den Bahnübergang überquert hätten, bevor die Schranken geöffnet wurden. Kommentar

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