Coesfeld Im Mai fehlte der Regen

Coesfeld. Trockenschäden bei der Ernte von Gerste machen den Landwirten aktuell zu schaffen. Bereits seit der vergangenen Woche ernten die Bauern das Getreide, dessen Körner viel kleiner sind als im Vorjahr. Inzwischen ist die Ernte von Gerste fast abgeschlossen.

Von Manuela Reher
Coesfeld: Im Mai fehlte der Regen
Unter dem Durchschnitt liegt in diesem Jahr der Ertrag bei der Ernte von Gerste. Wegen des guten Wetters kann das Getreide allerdings ohne Probleme geerntet werden – wie hier auf dem Coesfelder Berg. Foto: Christian Tiepold

Ortslandwirt Marcel Uesbeck bringt die Ursache auf den Punkt: „Es fehlte der Regen. Besonders der Mai war in der Kornfüllungsphase der Gerste viel zu trocken.“ So müssten sich die Landwirte jetzt mit einem Gerste-Ertrag zufrieden geben, der mit sechs bis sieben Tonnen pro Hektar etwas unter dem Durchschnitt liege. Positiv sei, dass die Gerste ohne Pilzbefall und ohne Trocknungskosten „stressfrei“ eingefahren worden sei, betont Uesbeck.

Immerhin sei der Ertrag in diesem Jahr aber noch erheblich größer als im Jahr 2011, als die Landwirte im Schnitt nur vier bis fünf Tonnen Gerste pro Hektar ernten konnten. Der Wind habe in dieser Woche die Böden zusätzlich ausgetrocknet.

Marcel Uesbeck hofft, dass in absehbarer Zeit Regen in Form von Landregen fällt, der den Mais retten würde, was besonders für die Rindviehbetriebe wichtig sei. Uesbeck: „Aber nach Regen sieht es zurzeit nicht aus.“

Beim Weizen rechnet der Ortslandwirt mit deutlich mehr Ertragseinbußen als bei der Gerste. In zehn Tagen könne man voraussichtlich mit der Ernte von Weizen auf den ersten Flächen beginnen. Großen Einfluss habe immer die Bodenart darauf, ob es zu massiven Trockenschäden komme.

Wenn der Niederschlag allerdings weiter ausbleibe, könne die Maisernte katastrophal ausfallen. Gewöhnlich beginnt diese ab der dritten Septemberwoche.

Es könne sogar dazu kommen, dass Mais ohne Kolben geerntet werden. Bereits jetzt würden die Landwirte feststellen, dass sich die Blätter der Maispflanzen durch den Trockenstress einrollen.

Wegen der Trockenheit sei die Brandgefahr bei der Ernte auf den Feldern zurzeit sehr groß. Schon ein Funke reiche aus, um ein komplettes Feld in Brand zu setzen. Daher würden die Landwirte mit Wasserfässern am Feldrand Vorsichtsmaßnahmen treffen. Gerade bei der Ernte, sei die Gefahr groß, dass durch Steine, die in eine Erntemaschine geraten, und durch technische Defekte ein Funke entsteht, der zu einem Maschinen- und/oder Flächenbrand führen könne.

Auch wenn die Ernte in diesem Jahr nicht so rosig ausfallen sollte, hat der Ortslandwirt größere Zeiträume im Blick und kommentiert: „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir in den vergangenen Jahren sehr verwöhnt worden sind, was die Ernte betrifft.“ Weiterhin hofft der Ortslandwirt auf Verständnis der Bevölkerung dafür, dass große Erntemaschinen wie Schneidwerke der Mähdrescher zeitweise Straßen blockierten. Diese müssten dann nicht gerade selten sogar bis bis tief in die Nacht auf den Feldern arbeiten, um die Ernte in möglichst guter Qualität in die Lager zu bekommen.

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