Gesundheitsforum
Tennisarm auch durch Arbeit mit der Maus

Coesfeld. Der Bewegungsapparat rund um die oberen Extremitäten ist ein wahres Wunderwerk der Natur: Extrem bewegliche Schultergelenke, kräftige Ober- und Unterarm-Muskulatur und die Ellenbogen als mobile Hebelkonstruktionen ermöglichen die verschiedensten Aktivitaten. Wie wichtig dieser Teil des Körpers ist, merkt man erst, wenn hier etwas nicht mehr oder nur eingeschränkt funktioniert. In der Familienbildungsstätte referiert am Mittwoch (18. 4.) um 19 Uhr Dr. Dirk-Sven Jakob, Chefarzt der Chirurgischen Klinik, über Schmerzen im Schulter-Arm-Bereich. Zu dem Themenkreis führte AZ-Redakteur Thomas Lanfer mit Dr. Jakob folgendes Interview.

Montag, 16.04.2018, 14:56 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 16.04.2018, 14:52 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 16.04.2018, 14:56 Uhr
Dr. Dirk-Sven Jakob Foto: az

Herr Dr. Jakob, welche Krankheitsbilder treten im Bereich der oberen Extremitäten am häufigsten auf?

Dr. Dirk-Sven Jakob: Sehr häufig sind neben der gewöhnlichen Sehnenscheidenentzündung der Tennisellbogen und das Carpaltunnelsyndrom. An der Schulter treten häufig Schmerzen im Rahmen einer Schleimbeutelentzündung oder eines Impingementsyndrom auf.

Ist Überlastung dabei die wichtigste Ursache?

Dr. Dirk-Sven Jakob: Bei diesen Erkrankungen ist in der Tat die Überlastung die häufigste Ursache. Eine wesentliche Rolle spielen neben der einseitigen Belastung zum Beispiel durch monotone Arbeiten auch Verschleißprozesse.

Krankheitsbilder wie Schultergelenksarthrose führen zu einer erheblichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität. Sind hier in erster Linie konservative Therapieformen angezeigt und welche chirurgischen Möglichkeiten hat die Medizin hier?

Dr. Dirk-Sven Jakob: In erster Linie stehen immer konservative Therapieansätze. Sind diese jedoch ausgeschöpft treten operative Eingriffe in den Vordergrund. Speziell an der Schulter können arthroskopische Operationen längerfristig Erfolg versprechend sein. Wenn alle diese Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind, gibt es die Möglichkeit, moderne Schultergelenkprothesen durch minimal invasive Techniken in das Schultergelenk einzusetzen.

Der so genannte Tennisarm plagt ja nicht nur Tennisspieler, welche Erkrankung verbirgt sich dahinter?

Dr. Dirk-Sven Jakob: Der Tennisellbogen ist eine punktuelle Überlastung des Muskel-/Sehnenansatzes am äußeren Ellbogen. Dies kann bei jeder einseitigen wiederkehrenden oder andauernden Belastung, zum Beispiel auch beim Arbeiten mit der Computermaus, auftreten.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es dafür?

Dr. Dirk-Sven Jakob: Auch hier werden zuerst konservative Therapieansätze ausgereizt wie Querfriktionsmassagen, Eisbehandlungen, Dehnungsgymnastik, Stoßwelle oder Injektionen. Erst bei Versagen dieser Therapiemöglichkeiten steht an letzter Stelle die Operation.

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