Heute ist Welt-Aids-Tag / Celine Klostermann vom Gesundheitsamt informiert über die Krankheit „Ängste sind immer ein Problem“

Coesfeld. Aids – ein Thema, das oft unter den Tisch fällt, aber keinesfalls unwichtig ist. Auch bei Jugendlichen ist es im Gespräch, wie Celine Klostermann vom Gesundheitsamt in Coesfeld in einem Interview mit Junge-Szene-Mitarbeiterin Laura Kristo erzählt.

Von Allgemeine Zeitung
Heute ist Welt-Aids-Tag / Celine Klostermann vom Gesundheitsamt informiert über die Krankheit: „Ängste sind immer ein Problem“
Auf der offiziellen Homepage der deutschen Aids-Hilfe unter www.aidshilfe.de/hiv-aids können sich Interessierte und Betroffene näher und ausführlich informieren. Foto: skm

Ist HIV ein Thema bei den Jugendlichen in Coesfeld?

Celine Klostermann: Das ist eine schwierige Frage. Ich sehe ja nur bestimmte Leute, die zum HIV-Test zu mir kommen. Meine private Einschätzung ist, dass HIV dann ein Thema bei Jugendlichen ist, wenn es um engere Beziehungen geht. Es kommen aber auch Leute zum Test, wenn sie zum Beispiel Angst haben, dass ihr Partner sie betrügt und sie dann möglicherweise angesteckt hat.

Kommen mehr Jungen oder Mädchen mit Fragen oder Problemen zu Ihnen?

Klostermann: Das ist eine gute Idee für eine Statistik. Zu mir kommen junge Erwachsene, die oftmals dann einen HIV-Test machen, wenn es um eine neue, feste Partnerschaft geht. Da kommen dann Jugendliche beider Geschlechter.

Was ist wichtig für Sie, wenn es um das Thema HIV geht?

Klostermann: Dass das Thema nicht in Vergessenheit gerät und dass es wichtig ist, zu wissen, wie HIV sich verbreitet. Nämlich durch Geschlechtsverkehr oder direkten Blutkontakt. Nicht etwa durchs Küssen oder Trinken aus einem Glas, wie einige meinen.

Was sind Ihre Aufgaben im Gesundheitsamt?

Klostermann: Im Prinzip bin ich für Fragen und Sorgen da, eine andere Kollegin geht zum Beispiel auch in Schulen und klärt über die Krankheit auf. Direkte Aids-Hilfe gibt es in Münster, dort können sich die Betroffenen auch in Gruppen treffen und reden.

Was tun Sie als Erstes, wenn bei einem Patienten HIV festgestellt wurde?

Klostermann: Zuerst wird die Person regelmäßig beim Arzt kontrolliert. Zu Beginn trägt man den Virus zwar in sich, jedoch ist die Krankheit dann noch nicht ausgebrochen, und das Immunsystem funktioniert noch. Es kann Jahre dauern, bis erst Medikamente gebraucht werden. Der Patient kann sein Leben jedoch normal weiterleben, denn HIV zählt zu den chronischen Krankheiten wie zum Beispiel Diabetes. Betroffene können also weiterhin problemlos in den meisten Berufen weiterarbeiten und sollten nicht ausgegrenzt werden.

Haben Sie mal etwas Kurioses erlebt in ihrem Beruf?

Klostermann: Natürlich gab es keine direkten Kuriositäten, jedoch machen sich viele Leute auch unbegründet Sorgen. Ängste sind jedoch immer ein Problem. Das Gute ist aber, dass die Menschen sich mit dem Thema auseinander setzen. Gegen die Angst kann man bei uns anonyme HIV-Tests machen.

Haben Sie einen Appell oder einen Rat für Jugendliche, die sich schützen wollen?

Klostermann: So etwas ist immer schwierig. Mein medizinischer Wunsch ist natürlich, dass die Menschen vorher über das Thema nachdenken und nicht erst, wenn es zu spät ist. Ansonsten kann man sich natürlich mit einem Kondom gegen mehr als nur HIV und            ungewollte Schwangerschaften schützen.

7 Bei Sorgen und Fragen geben die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes unter der Nummer 02541/ 185312 Auskunft und Beratung.

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