Junge Szene Kleiner Schubs in Richtung Wissenschaft

Coesfeld. Nilofar zeichnet seit ihrer Kindheit leidenschaftlich gern, Theresa ist ein riesen Musikfan. Trotz unterschiedlicher Hobbys verbindet die beiden eine Sache: das Interesse an der Naturwissenschaft, das ihnen den dritten Platz bei Jugend forscht einbrachte.

Von Allgemeine Zeitung
Junge Szene: Kleiner Schubs in Richtung Wissenschaft
Nicht nur während der Schulzeit, sondern auch zu Hause haben Theresa (l.) und Nilofar an ihrer Brennstoffzelle geforscht. Beim Regionalwettbewerb machten sie den dritten Platz – trotz harter Konkurrenz von Gymnasiasten. Foto: Sarah Kuhlmann Foto: az

Nilofar und Theresa besuchen die neunte Klasse der Freiherr-vom-Stein-Realschule und sind seit September in der Jugend-forscht-AG der Schule. „Realschulen sind bei Jugend forscht schwach vertreten“, erklärt Realschulleiter Robert Schneider. „Hauptsächlich nehmen Gymnasien mit MINT-Schwerpunkt an den Wettbewerben teil.“ Die beiden Mädchen seien beim Wettbewerb die jüngsten gewesen. „Eine ganz besondere Leistung“, sagt Schneider stolz.

Nilofar interessiert sich sehr für den naturwissenschaftlichen Bereich und kann sich vorstellen, Professorin zu werden. Gerade erst hat sie ein Praktikum als Bauzeichnerin gemacht – ganz nach dem Motto „Mach dein Hobby zum Beruf“. „Das war aber ganz anders als ich es mir vorgestellt habe“, erklärt die 15-Jährige. „Ich hab viel am Computer gearbeitet, und ich glaube, ich möchte doch lieber in Richtung Naturwissenschaft gehen.“

Auch das Praktikum von Theresa hatte mit Forschung recht wenig zu tun: „Ich war in der Verwaltung“, sagt die 14-Jährige. „Es hat Spaß gemacht, aber irgendwas hat gefehlt. Beim Jugend-forscht-Projekt war das anders.“ Gut möglich also, dass die beiden auch in Zukunft weiterforschen. Zumindest Robert Schneider würde sich darüber freuen: „Manchmal brauchen die beiden einen kleinen Schubs.“

In der AG wurde seit dem Herbst geforscht. Das reichte aber nicht, um ans Ziel zu kommen. „Wir haben sehr viele Nachmittage in unserer Freizeit daran gearbeitet“, erklärt Nilofar. Von der Schule wurden beide dabei bestmöglich unterstützt: „Wir haben ein Brennstoffzellenauto angeschafft“, so Schneider. Durch die Brennstoffzelle haben die Mädels gezeigt, wie Energieprobleme gelöst werden können. „Wir haben sehr viel Hoffnung in das Projekt gesteckt und wollten einen guten Platz machen“, so Nilofar. „Auch, weil wir die Leistungen der anderen gesehen haben“, ergänzt Theresa. Freuen konnten sich die beiden beim Regionalwettbewerb über den dritten Platz. Gemeinsam mit ihrer Klasse dürfen sie das Chemiewerk BASF in Münster besuchen und dort während einer Rundfahrt die Arbeiten im Werk kennenlernen. Regelmäßig werden verschiedene Sonderpreise ausgelost, um manche Leistungen noch mehr zu würdigen – so wie die von Nilofar und Theresa, die an einem Chemie-Workshop teilnehmen dürfen. Vielleicht entscheiden sich beide im Herbst wieder für die Forscher-AG.

Sarah Kuhlmann

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