René Steinberg begeistert beim Comedy-Nachmittag der Kolpingsfamilie Darup / „Scheitern als Chance“ Kabarett im „Rio von NRW“

Darup. Wie wär’s mit Uli Hoeneß als Finanzminister? Der kennt sicher jeden Trick. Oder: Nuschelpapst Til Schweiger als Bundespressesprecher? Oder: Helene Fischer als Abgeordnete, die sich im roten Paillettenkleid von der Reichstagskuppel abseilt und Andrea Nahles müsste das dann nachmachen? Bätschi, Bätschi.

Von Ulla Wolanewitz
René Steinberg begeistert beim Comedy-Nachmittag der Kolpingsfamilie Darup / „Scheitern als Chance“: Kabarett im „Rio von NRW“
Vorhang auf für René Steinberg. Der Kabarettist war nun mit seinem Programm zu Gast im Landgasthof Egbering. Foto: Ulla Wolanewitz

Diese originellen Vorschläge zauberte Bühnentiger und Radiogesicht René Steinberg am Sonntagnachmittag aus dem Hut. Wenn es darum geht, mit Spaß ins neue Jahr zu kommen, hat die Kolpingsfamilie Darup genau das richtige Rezept. Seit sieben Jahren organisiert sie einen Comedy-Nachmittag, immer am ersten Sonntag im neuen Jahr. Auch diesmal waren die 150 Karten wieder ruckzuck ausverkauft. Und nicht allein das Leitungsteam freute sich darüber, dass der Landgasthof Egbering auf Steinbergs Tourneeplan den ersten Platz belegte – vor Bonn, Düsseldorf und Köln.

„Ich bin aus dem Ruhrgebiet am Drauskommen dran“, so der „Kohli“, der gleichzeitig bekannte, dass er zu den Freunden und Förderern der Mettbrötchen zählt. Das Lachen auf sein „Ich wiege 75 Kilogramm“ wusste er entsprechend selbstironisch zu kommentieren: „Ich sehe, ich habe ein sehr aufmerksames Publikum. Darup ist in Wirklichkeit das Rio de Janeiro von NRW!“.

Erst nach drei Stunden gab Steinberg sein Publikum wieder frei. In seinem Programm „Irres ist menschlich“ plädierte er für das „Scheitern als Chance“. Denn: Menschlich zu sein, habe nur bedingt etwas mit Vernunft zu tun. „Sonst gäbe es kein RTL II, Pommes, Sahne oder FC Bayern-Fans“, kalauerte der „Schwatzgelbe“. Zeiten, in denen Politiker Meerschweinchen auf dem Kopf tragen, seien gar nicht so nicht einfach für Satiriker: „Wie willste denn da noch einen drauf setzen? Ich hoffe nur, dass es nicht Mode wird, Nagetiere auf dem Kopp zu tragen. Wenn Trump dann irgendwann Glatze hat, isset soweit: Dann verlassen die Ratten das sinkende Schiff.“ Logisch nahm „The King of Kalauer“ auch die Helikopter-Eltern mit ihren Bewegungs-legasthenischen Kindern in die Mangel: „Lass´ sie laufen. Auch sie müssen Fehler machen, sonst werden das alles selbstverliebte Egomanen. Aber so viele FDP-Vorsitzende braucht keiner.“ Dennoch zeigte er sich selber als besorgter Vater einer süßen Tochter, der er einst das Sprechen beigebracht hat, aber „in der Pubertät ist das alles plötzlich weg. Da heißt es dann nur: Dad, chill mal deine base!“. Nein, es ist nicht einfach, wenn Papa sein Prinzesschen für die Abenteuerwildnis Klassenfahrt freigeben muss, weil das „das Praktikum zum Biologie-Unterricht ist – mit aufblühenden Testosteron-Bombern“.

Anschließend legte der Mülheimer zur Krönung noch eine bunte Tanzeinlage aufs Parkett. Doch bei Michael Jackson streikte dann die Technik. So gab’s dann abschließend ein Weihnachtslied zu hören. Spontan sang der ganze Saal „O, du Fröhliche“. Da hatte auch Steinberg Spaß: „Bekloppt, aber gut! Ich hab ja gesagt, Darup ist das Rio de Janeiro von NRW!“

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