Initiativkreis trifft sich Ende April /Gründung bis Ende 2015 angepeilt / 50 000 Euro erforderlich Bürgerstiftung rückt näher

Gescher. Die Gründung einer Bürgerstiftung rückt näher. „Die Zeit ist reif, dieses Thema in Gescher zu besetzen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das klappt“, sagte Bürgermeister Hubert Effkemann im Gespräch mit unserer Zeitung. Seine Einladung zu einem ersten Treffen für Unterstützer dieser Idee sei auf positive Resonanz gestoßen. Knapp 30 Personen hätten bislang Interesse bekundet und/oder ihre Mitwirkung in Aussicht gestellt. Nach den Osterferien soll das nächste Treffen für den „Initiativkreis Bürgerstiftung der Glockenstadt Gescher“ stattfinden. Effkemann hofft, dass die Stiftung bis Ende 2015 an den Start geht. So lange werde es wohl dauern, bis die Satzung erarbeitet und das erforderliche Startkapital von 50 000 Euro zusammengetragen sei.

Von Jürgen Schroer

Von rund 400 Bürgerstiftungen in Deutschland sind allein etwa 100 in Nordrhein-Westfalen angesiedelt. „Die Idee fällt hier offenbar auf fruchtbaren Boden“, sagt Effkemann. Bei einer Bürgerstiftung handelt es sich um eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung von Bürgern für Bürger mit möglichst breitem Stiftungszweck. Die Stifter bringen ein Grundkapital auf, das unangetastet bleibt, dessen Zinsen und Erträge aber für Projekte ausgeschüttet werden. 50 000 Euro sind das Minimum, um eine Bürgerstiftung aus der Taufe heben zu können. „Es muss Geld in den Topf, je mehr, desto besser“, weiß Effkemann, dass es ohne großzügige Unterstützung von Geldgebern nicht geht. Für eine bestehende Stiftung seien auch Spenden hilfreich, weil diese nicht in den Kapitalstock flössen, sondern direkt für Förderprojekte im Ort ausgeschüttet werden können. Hubert Effkemann: „Auch zweckgebundene Spenden sind dann möglich.“

Die Initiative für eine Bürgerstiftung in Gescher komme zwar aus den Reihen von Politik und Verwaltung, es handele sich aber um eine davon unabhängige Einrichtung. Als Bürgermeister wolle er nur den Anschub geben und sich dann in die zweite oder dritte Reihe zurückziehen, kündigte Effkemann an. Ein gutes Beispiel für eine funktionierende Bürgerstiftung sei Billerbeck, wo auf dieser Schiene viel bewegt werde. Rund 70 Personen, quer durch alle Bevölkerungsgruppen, hatte Effkemann zum ersten Treffen eingeladen. 22 seien erscheinen, weitere hätten ihre Mitarbeit angekündigt. „Wir brauchen nicht nur Stifter, sondern auch Leute, die sich für die Sache engagieren“, weiß Effkemann. Zu besetzende Gremien seien Vorstand und Beirat.

Für das weitere Verfahren will sich der Initiativkreis von der Bezirksregierung beraten lassen, die Genehmigungsbehörde ist. Vorrangige Aufgabe sei nun die Erarbeitung einer Satzung. Das nächste Treffen findet am Dienstag, 29. April, um 19.30 Uhr im Rathaus statt. Interessierte sind willkommen.

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