Sperrung der Armlandstraße: Vertreter von Pro Gescher und Fraktionsvertreter trafen sich zum Gespräch Schwenkt die Politik auf einen Kompromiss ein?

Gescher (wr). Am Ende brachte Fritz Leppkes (CDU) einen Kompromiss auf den Tisch, dem die Gesprächsdelegation von Pro Gescher zustimmen könnte. Ob dies auch für die Politik gilt, wird sich am kommenden Mittwoch in der Ratssitzung zeigen. Dann nämlich steht die ganzjährige Sperrung der Armlandstraße ab Eisdiele „Venezia“ bis Restaurant Gallo, wie der Bauausschuss sie beschlossen hatte, erneut auf der Tagesordnung.

Von Helene Wentker
Sperrung der Armlandstraße: Vertreter von Pro Gescher und Fraktionsvertreter trafen sich zum Gespräch : Schwenkt die Politik auf einen Kompromiss ein?
Die ganzjährige Sperrung der Armlandstraße in diesem Bereich will die Politik. Pro Gescher ist dagegen. Jetzt suchten beide Seiten das gemeinsame Gespräch. Foto: Archiv

Um diesen, von einer Mehrzahl der Geschäftsleute und Gastronomen in der City vehement abgelehnten Beschluss zu diskutieren und um Lösungen auszuloten, waren am Mittwochabend Vertreter von Pro Gescher mit den Fraktionsvorsitzenden Egbert Kock (CDU), Wolfgang Brüggestrath (Grüne), Werner Bönning (UWG) sowie mit Andreas Langer von der SPD und weiteren Politikern zusammengekommen. In dieser Situation hatte Leppkes vorgeschlagen, im Sommer alles beim Alten zu belassen. Erst im Herbst möge man einen endgültigen Beschluss fassen mit der Maßgabe, dass die Politik gemeinsam mit der Verwaltung und Industrie- und Handelskammer (IHK) ein „vernünftiges Konzept zur Erreichbarkeit der Innenstadt“ erstellen sollte.

„Der Tenor des Gespräches war nicht, ein „Schwarzes-Peter-Spiel zu betreiben, sondern Argumente auszutauschen, die die Politik ohne Weitsicht zuvor nicht abgefragt hatte. Und das, obwohl wir unseren Antrag auf ganzjährige Öffnung der Armlandstraße im November gestellt hatten. Dies mit der Bitte, sich mit allen Beteiligten bis April zusammen zu setzen. Leider ist das nicht geschehen, bevor der Bauausschuss tagte“, fasst Clemens Kösters die Sicht der Pro Gescher-Vertreter im Gespräch mit unserer Zeitung zusammen.

Gewerbetreibende, Händler und ein Großteil der Gastronomen seien überzeugt, dass eine ganzjährige Sperrung „jede Weiterentwicklung der Innenstadt konterkarieren würde“, betont Kösters. Und wenn sich Egbert Kock auf Forderungen der IHK berufe, Innenstädte sollten weniger verkehrsbelastet sein, dann sei dem für Gescher entgegen zu halten: „Es geht aber auch um die Erreichbarkeit der Läden. Die City lebt von Handel und Gastronomie, aber die müssen ihrerseits auch die Chance haben zu leben“, so Kösters im Nachgang der Versammlung.

Pro Gescher habe die Kurzsichtigkeit der im Bauausschuss einstimmig getroffenen Entscheidung zur ganzjährigen Sperrung der Armlandstraße im genannten Abschnitt erneut deutlich gemacht. Viele Aspekte seien in dieser Frage noch nicht hinreichend beleuchtet worden, meint Kösters. Als Beispiel nennt er das Heckenpättken und die damit verbundene offene Frage, ob dieses Sträßchen, wie einst ins Spiel gebracht, ebenfalls durch Poller abgebunden werde oder nicht. Und welche Auswirkungen das wiederum auf die von der Politik angestrebte Ganzjahrssperrung der Armlandstraße habe. Pro Gescher engagiere sich sowohl ehrenamtlich als auch mit einem fünfstelligen Betrag Jahr für Jahr für das Stadtmarketing. „Will die Politik diese gemeinsame Entwicklung aufs Spiel setzen?“, zeigte Kösters mögliche Konsequenzen auf.

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