Gescher Besucher blicken in viele Gesichter

Gescher. An der Stirnseite in der Kunsthalle hängt ein riesiges Bild – Öl auf Holzplatte – von Justine Otto. Es zeigt zwei sich zugewandte Mädchen oder junge Frauen. „Das ist eines meiner Lieblingswerke“, verrät Kunstsammler Frank Hense. Den Blick der „Schwestern II“, so der Titel des zwei mal zwei Meter großen Bildes, findet er „melancholisch schön“. Wer in diesen Tagen die Kunsthalle Hense betritt, blickt in viele Gesichter: „face to face – Gesichter der Sammlung Hense“ lautet der Titel der Ausstellung, die am kommenden Samstag (7. 7.) um 17 Uhr eröffnet wird. Eine Einführung gibt die Kunsthistorikerin Jutta Meyer zu Riemsloh. Interessierte sind willkommen und können die Ausstellung in den Folgewochen sonntags von 14 bis 18 Uhr besuchen.

Von Jürgen Schroer
Gescher: Besucher blicken in viele Gesichter
„Schwestern II“ heißt dieses Bild von Justine Otto, das Frank Hense zu den Lieblingsarbeiten in seiner Sammlung zählt. Es wird im Rahmen der Ausstellung „face to face – Gesichter der Sammlung Hense“ gezeigt, die am kommenden Samstag eröffnet wird. Foto: Jürgen Schroer

Etwa 70 Porträts aus der Hense-Sammlung werden gezeigt. „Es wird deutlich, wie unterschiedlich Künstler arbeiten“, sagt Hense, dessen Kunsthalle in den ersten Wochen über 400 Besucher angelockt hat. Bei einem Rundgang zeigt Hense Beispiele: Da gibt es das Tuch (aus Epoxidharz) mit aufgelegtem Wachskopf des israelischen Künstlers Gil Shachar, das auch schon im Berliner Dom zu sehen war. Oder die „Bildstörung“ von Volker Hildebrandt, der einen gerahmten Spiegel mit Acrylfarbe betupft hat – wer hineinschaut, erkennt hinter dem „Flimmern“ sich selbst. Von Cornelia Schleime sind mehrere Werke zu sehen, etwa „Der kleine Lord“ oder „Zwischen den Zeilen“ – hier blickt eine junge Frau verträumt durch Zweige ins Leere. Dieses großformatige Ölbild habe er erst 2017 erworben und sei seitdem ausgeliehen gewesen. „Jetzt kommt es endlich an“, freut sich Hense. Mit einem neuen Werkzyklus – „Party im Atelier“ – ist Thorsten Passfeld vertreten: Der Hamburger hat originelle Porträts aus Holz gefertigt, zu finden im Galeriebereich der Kunsthalle. Wer bekannte Gesichter mag, wird bei Josie McCoy fündig: Ihre Porträtreihen zeigen Filmschauspielerinnen und Popstars.

Auch Videoarbeiten und zwei Skulpturen sind zu sehen. Letztere sind Arbeiten von Gehard Demetz, die Hitler und Mao als Kinderfiguren zeigen und gewollt lächerlich wirken lassen.

Bis zum 8. September wird diese zweite Ausstellung in der Kunsthalle Hense zu sehen sein. Für das zweite Halbjahr sind weitere Aktivitäten geplant. So findet am 5. September eine Lesung mit Autorin Judith Pinnow statt, organisiert von Ihr Buchladen. Am 26. Oktober lädt Kolping zu einer Kabarettveranstaltung ein. Und dinieren inmitten von Kunst kann man demnächst auch: Hense will im neuen Werkraum eine kleine Küche einbauen und mehrmals jährlich ein abendliches Dinner stattfinden lassen. Dann können sich Gäste von einem Profi bekochen lassen.

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