Gescher Millionen-Förderung für Theatersaal ist das Ziel

Gescher (js). Als „Totalsanierungsfall“ stufte Architekt Heiner Farwick den Theater- und Konzertsaal am Borkener Damm ein. Im Rat stellte er ein zweites Mal sein Konzept vor, wie sich aus diesem Saal ein multifunktionales Veranstaltungszentrum gestalten lässt. Dafür sollen Mittel aus dem Städtebauförderprogramm „Soziale Integration im Quartier“ angezapft werden. Bereits im letzten Jahr hatte die Stadt diesen Antrag bei der Bezirksregierung gestellt, war aber trotz Bewertung mit der Förderpriorität „A“ nicht zum Zuge gekommen. Geht der Antrag durch, winkt eine Förderung in Höhe von 90 Prozent der Kosten. Die liegen nach aktueller Schätzung bei 2,95 Mio. Euro.

Von Jürgen Schroer

Der jetzige Saal aus dem Jahr 1974 habe erhebliche technische und funktionale Mängel, so Farwick. Im schlimmsten Fall drohe die Stilllegung, weil Brandschutz- und Lüftungstechnik nicht mehr funktionierten.

Kernelement der Entwurfsplanung ist die Aufteilbarkeit des 420 Quadratmeter großes Saales durch flexible Trennwände. So könnten hier auch kleinere Veranstaltungen stattfinden. Der Orchestergraben soll aufgegeben werden, um den bislang dreistufigen Saal auf zwei Niveaus zu bringen. Boden, Wände und Decke, aber auch Lüftung, Beleuchtung und Sprinkleranlage müssten erneuert werden. Auch Bühne und Backstagebereich bedürften einer umfassenden Sanierung. Im Foyer, das schon im Zuge der Fassadensanierung erweitert worden ist, sollen künftig Garderobe, Theke und ein Stuhllager untergebracht werden. Bis Ende Juli müsse der Förderantrag in Münster sein.

Aus dem Rat gab es Zustimmung, aber auch etliche Nachfragen und Hinweise. „Wir begrüßen das“, erklärte Werner Bönning (UWG). Marc Jaziorski (SPD) forderte ein Nutzungskonzept für den Saal und eine Folgekostenbetrachtung – beides wurde in den Beschluss aufgenommen. Etwaige Kostensteigerungen bis zur Realisierung gingen zu Lasten der Stadt, erklärte die Verwaltung. Dennoch herrschte Einigkeit, dass man angesichts der Förderquote dieses Risiko eingehen solle. Wolfgang Brüggestrath (Grüne) fragte nach der Zeitschiene. Mit dem Förderentscheid sei wohl erst im Herbst zu rechnen, erklärte Farwick. Den Baubeginn sehe er „in der zweiten Jahreshälfte 2019“ – alles andere sei unrealistisch. Konzept und Antrag wurden am Ende einstimmig gutgeheißen.

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