Brandanschlag in Ahlen Verfassungsschutz beobachtet Kulturverein

Ahlen -

Der Kulturverein „Ülkü Ocagi“ in Ahlen, der am Montag Opfer eines Anschlages geworden ist, wird vom NRW-Verfassungsschutz beobachtet. Die Mitglieder stehen in Verdacht, der türkischen Extremistenorganisation „Graue Wölfe“ nahezustehen. „In den Räumlichkeiten des Kulturvereins wird mit Sicherheit nicht nur Tee getrunken“, hieß es am Dienstag aus Sicherheitskreisen.

Von Elmar Ries
Brandanschlag in Ahlen: Verfassungsschutz beobachtet Kulturverein
Die Rußspuren an dem Haus, in dem ein türkischer Kulturverein seinen Sitz hat, sind nach dem Brandanschlag deutlich zu sehen. Foto: Ulrich Gösmann

Am Montag war auf das Gebäude ein Brandanschlag verübt worden. Dieser steht möglicherweise in einer Reihe von Anschlägen in Deutschland, die kurdischen Tätergruppen zugeschrieben wird. Verletzt wurde in Ahlen niemand, der Sachschaden blieb gering.

In einem Fenster hatte der Kulturverein ein Symbol angebracht, das auf eine Dachorganisation verweist, der auch die Grauen Wölfe angehören. Die Organisation ist ein Sammelbecken aus Rechtsextremisten und Ultranationalisten, die sich für den Zusammenschluss aller Turkvölker einsetzen. Das neue Reich soll sich demnach vom Balkan bis nach Zentralasien erstrecken. Im aktuellen Verfassungsschutzbericht des Landes NRW werden die Grauen Wölfe und die sie unterstützenden Vereine und Organisationen detailliert aufgelistet. 

Extremistische „Ringeltaube“

Bei der Ahlener Gruppierung handelt es sich nach Angaben von Sicherheitskreisen um eine extremistische „Ringeltaube“. Die meisten türkischen Kulturvereine in NRW seien weitgehend frei von derartigen politischen Aufladungen.

Am vergangenen Wochenende hat es mehrere ähnliche Straftaten in Deutschland gegeben. Ziele waren unter anderem Moscheen sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen in Berlin, Meschede und Lauffen in Heilbronn. In Meschede bekannte sich eine kurdische Gruppe zu dem Anschlag. Auf einer kurdischen Website war ein Bekennerschreiben aufgetaucht, wonach sich der Anschlag gegen die „Grauen Wölfe“ gerichtet habe.

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