Volksbanken im Kreis Coesfeld mit 2017 sehr zufrieden: Bilanzsumme wächst um 6,9 % auf 2,04 Mrd. Euro Konkurrenz Marktanteile abgejagt

Lüdinghausen. Die Volksbanken im Kreis Coesfeld konnten den Konkurrenten 2017 einige Marktanteile abjagen. Die addierte Bilanzsumme des sechs selbstständigen Institute stieg um 6,9 Prozent auf 2,04 Milliarden Euro an. „Der Markt wächst nicht so schnell wie die Volksbanken“, wies Sprecher Dirk Spanderen (Vorstand der Volksbank Baumberge) gestern bei der Jahrespressekonferenz bei der Volksbank Lüdinghausen-Olfen in Lüdinghausen darauf hin, dass man sich im Wettbewerb auch unter schwierigen Bedingungen (anhaltende Niedrigzinsphase sowie Auswirkungen der Digitalisierung und ausufernder Bürokratie der europäischen Bankenaufsicht) sehr gut behauptet habe. Sein Fazit: „Wir freuen uns über die positive Entwicklung und werten dies als Ausdruck des Vertrauens in unsere regional verankerte, mitgliederorientierte Bankengruppe. Unser Geschäftsmodell wird wertgeschätzt.“

Von Detlef Scherle
Volksbanken im Kreis Coesfeld mit 2017 sehr zufrieden: Bilanzsumme wächst um 6,9 % auf 2,04 Mrd. Euro: Konkurrenz Marktanteile abgejagt
Eine sehr positive Bilanz des Geschäftsjahres 2017 zogen die Volksbanken-Sprecher Christoph Speikamp (l.) und Dirk Spanderen. Foto: Detlef Scherle

Die Nähe zum Kunden bleibt der genossenschaftlichen Bankengruppe auch im neuen Jahr wichtig. Schließungen von Filialen – insgesamt gibt es 22 – sind nicht geplant. Auch die Mitarbeiterzahl bleibt mit 339, darunter 38 Azubis, stabil. Allerdings, so Spanderens Sprecher-Kollege Christoph Speikamp von der Volksbank Südkirchen-Capelle-Nordkirchen, entscheide am Ende der Kunde „mit den Füßen“, per Telefon, per App oder per Mausklick, wie er bedient werden möchte. Auch neuen Trends wie Beratungs-Chats stehen die Volksbanken offen gegenüber. Bisher registrieren sie da aber eher eine Zurückhaltung bei den Kunden, die den „direkten Draht“ zu den Beratern schätzten.

Ein Grund für den Aufschwung im Jahr 2017 ist die florierende Wirtschaft in der Region. Deshalb hat sich der Kreditbereich besonders im Firmenkundengeschäft herausragend entwickelt. Insgesamt (inklusive der Privatkredite) wurden 1,3 Milliarden Euro verliehen. Das sind 4,6 Prozent mehr als im Vorjahr. „Ein Wachstumstreiber war dabei der Immobilienmarkt“, berichtete Spanderen. Der profitierte besonders von den niedrigen Zinsen. Die haben aber viele Kunden andererseits auch nicht abgehalten, etwas auf die hohe Kante zu legen. Die Bestände auf Giro-, Festgeld- und Sparkonten lagen mit knapp 1,46 Milliarden Euro um sieben Prozent über dem Niveau des Vorjahres.

Eine regelrechte Blüte erlebte das Wertpapiergeschäft mit einem Plus von sage und schreibe 52,4 Prozent. Das ist nach Aussage der Bankensprecher auch eine Auswirkung der niedrigen Zinsen. Speikamp: „Die Kunden suchen nach Alternativen.“ Und auch bei den Investment-Fonds gebe es ja sehr sichere Möglichkeiten, Geld anzulegen. Jeder, versicherte er, werde bei den Volksbanken individuell beraten – „wir kennen ja die Anlagementalität unserer Kunden“.

Auch als Vermittler für ihre Partner haben sich die Volksbanken 2017 ins Zeug gelegt: Die an die Bausparkasse Schwäbisch Hall vermittelten Bausparsummen kletterten um 7,2 Prozent auf 54,9 Millionen Euro. Einen Wermutstropfen gab es im Geschäft mit Lebensversicherungen – auch vor dem Hintergrund der niedrigen Zinsen. Der Partner R+V musste ein Minus von 5,2 Prozent in Kauf nehmen.

Der Region, davon sind die Banken-Sprecher überzeugt, haben die Volksbanken gut getan: stellten sie für Kultur, Bildung, Sport und karitative Projekte doch 262 000 Euro zur Verfügung. An die Kommunen überwiesen sie 2,3 Millionen Euro an Gewerbesteuern. Speikamp: „Das Geld bleibt hier.“

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