Geschichte der Strecke von Bocholt über Coesfeld nach Münster wird erforscht „Heideexpress und Baumbergebahn“

Kreis Coesfeld / Borken. Zwischen 1900 und 1908 wurde die 110 km lange Nebenbahn von Empel-Rees über Bocholt, Borken und Coesfeld nach Münster eröffnet. Sie diente der Erschließung der Region zwischen Niederrhein und Münsterland. Die Menschen wurden endlich mobil, konnten höhere Schulen besuchen oder Arbeit auch in den größeren Städten finden. Transportiert wurden landwirtschaftliche Güter, Holz, Kohle und Baumwolle aber auch Glocken aus Gescher, Torf aus Velen, Dampfmaschinen und ganze Leuchttürme aus Isselburg.

Von Allgemeine Zeitung
Geschichte der Strecke von Bocholt über Coesfeld nach Münster wird erforscht: „Heideexpress und Baumbergebahn“
In Betrieb ist zurzeit nur noch die Baumbergebahn von Coesfeld nach Münster (hier: der Bahnhof in Billerbeck). Von Coesfeld nach Bocholt fährt kein Zug mehr. Foto: Archiv

Der in den 50er Jahren aufkommende Individualverkehr und die zunehmende Verlagerung des Güterverkehrs auf die Straße führten zur schrittweisen Stillegung der Strecke Empel-Coesfeld. Lediglich die Stadt Bocholt sicherte sich einen 6 km langen Abschnitt als Industriestammgleis und kann damit heute als einzige Stadt im ganzen Westmünsterland Güterverkehr auf der Schiene anbieten. Beinahe wäre auch die Strecke von Coesfeld bis Münster der Stillegung zum Opfer gefallen.

Aber das Engagement der Bürger und der Eisenbahner rettete die Baumbergebahn über die Zeit. Heute fahren hier moderne Triebwagen mit bis zu 100 km/h im Stunden- und Halbstundentakt. Über 3000 Fahrgäste nutzen täglich das Angebot. Aktuell entsteht in Mecklenbeck sogar ein komplett neuer Bahnhof an der Strecke.

Seit zwei Jahren erforschen drei Autoren die Geschichte der Strecke. Sie werten Archivmaterial aus und sammeln Fotos, Postkarten, Gleis- und Fahrpläne. Anfang März 2018 soll die redaktionelle Arbeit abgeschlossen werden.

Die Veröffentlichung des Buches unter dem Titel „Heideexpress und Baumbergebahn. Die Erschließung einer Region“ ist für Herbst 2018 geplant.

7 Wer noch Material zu dem Forschungs- und Buchprojekt beitragen kann, sollte sich umgehend mit der Redaktion (Heribert Lülf, Tel: 0281/1647431, heribertluelf@web.de) in Verbindung setzen. Jeder Hinweis ist willkommen!

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