Viel Applaus für spannendes Theaterstück in der Realschulaula
Gruselabend mit der „Frau in Schwarz“

Lüdinghausen -

Theater im Theater? Das mag so mancher Besucher am Freitagabend im Saal der mit etwa 400 Besuchern ausverkauften Realschulaula gedacht haben.

Dienstag, 18.03.2014, 17:47 Uhr

Denn es ging keineswegs los mit „Vorhang auf!“, sondern diesmal waren es nicht die üblichen Pfade, als „Das Ensemble“ unter der Regie von Ellen Schwiers den Horror-Klassiker „Die Frau in Schwarz“ aufführte (voriges Jahr als Film in den deutschen Kinos).

Da klettern die beiden Schauspieler nämlich über eine Treppe vom Zuschauerraum auf die Bühne: Zuerst Holger Schwiers in der Rolle des Rechtsanwalts Arthur Kipps und danach Timothy Peach als junger Schauspieler, der von Kipps engagiert wird. Auch zwischendurch wird der Ablauf immer wieder unterbrochen, um damit die Zuschauer erneut in die „Wirklichkeit” des Geschehens auf der Bühne zu bringen. Das bisher „Erspielte“ und der weitere Ablauf werden besprochen. Anwalt Kipps und der junge Schauspieler entwickeln zwischen sich und dem Publikum eine emotionale Kommunikation und erschaffen mit wenigen Requisiten ganze Bilderwelten, die den Besuchern viel Fantasie abverlangen.

Auf offener Bühne verwandelt sich Holger Schwiers in die unterschiedlichsten Figuren der Geschichte und setzt sein ganzes Schauspielkönnen daran, jeder Rolle eine Seele zu geben. Doch Realität und Spiel vermischen sich immer mehr, und am Ende holt das vermeintliche Theaterspiel die beiden Protagonisten ein.

Die Story hinter dem Gespensterroman von Susan Hill „The Woman in Black“ (1983): Rechtsanwalt Arthur Kipps sucht sich professionelle Unterstützung in Form eines „echten“ Schauspielers, mit dessen Hilfe er einen wichtigen Teil seiner Lebensgeschichte der eigenen Familie möglichst wahrhaftig präsentieren will. Also proben und spielen sie das Erlebte und tun so, als sei das Publikum noch gar nicht vor Ort. Während der Schauspieler den jungen Kipps spielt, der den Nachlass von Alice Drablow, einer kauzigen alten Dame regeln soll, die in einem düsteren Anwesen lebte, das auf einer kleinen Anhöhe am Meer liegt und nur bei Ebbe erreichbar ist, übernimmt Schwiers sämtliche anderen Rollen.

Aus zwei Stühlen und zwei Koffern lassen die beiden mühelos Zugabteil und Bett oder auch Kutsche samt Pferd werden. Dank perfektem Einsatz von Licht- und Tontechnik wird die Fantasie der Zuschauer angeregt, die gespannt auf den ersten Auftritt des Gespenstes warten, wobei sich auf wundersame Weise Gänsehaut einstellt. Da rattern Eisenbahnen, klappern Pferdehufe, schaukelt die Kutsche, kreischen aufgescheuchte Nachtvögel, gerät der gute Hund „Spider“ in den Treibsand – eine ordentliche Portion Originalität mit gelegentlichem Humor sorgt dabei für eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht.

Das Übrige liefern ein abgelegenes Haus voller alter Papiere, Briefe und Erinnerungen, plötzlich aufwallender Nebel, unheimliche Schreie, ein verfallener Friedhof, eine verstorbene alte Dame mit dunklem Geheimnis und die späte Rache ihrer unglücklichen Schwester als Geistfigur (Lisa Reimann als „Die Frau in Schwarz“). Ein spannender Theaterabend, den das Publikum mit herzlichem Applaus honorierte.

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