Plattdeutsche Premiere in Bösensell
Turbulentes Stück – tolle Schauspieler

Bösensell -

Die Premiere der Laienspielschar Bösensell wurde mit stehenden Ovationen gefeiert. Was nicht nur am Stoff lag, den das Stück „De Schelm van Müehlenbrook“ bot, sondern an der Kunst und Hingabe des Ensembles.

Sonntag, 16.03.2014, 22:52 Uhr

Auf dem Flyer heißt es nur schlicht: „De Schelm van Müehlenbrook“. Dahinter verbirgt sich allerdings ein plattdeutsches Theaterstück, mit dessen Aufführung die „ Laienspielschar Baisensell “ seit Samstag ihr Publikum im Gasthaus Temme zu „Standing Ovations“ treibt und weiterhin treiben wird. Denn auch für Neubürger, oder solche, die des Plattdeutschen nicht oder nur kaum mächtig sind, birgt dieses Stück herrliche Unterhaltung.

Schon alleine das Erleben der prachtvoll besetzten einzelnen Rollen treibt unweigerlich Lachtränen in die Augen. Und mitgebrachten Griesgram hinaus. Ganz anders als bei dem allabendlichen TV-Aufmarsch längst ausgelaugter, sogenannter „Comedians“, agieren auf der Temme-Bühne Menschen, Freunde, Bekannte, die in ihren Rollen wirklich aufgehen. Toll. Absolut bewundernswert.

Und das so liebenswert perfekt, dass selbst der Aufmerksamste lange Zeit nur vermuten kann, wer nun die wirklichen Schelme der Mühle sind.

Ist es der Müller, gespielt von Matthias Evels, der in seiner derb schlitzohrigen Art bei der Suche nach nächtlichen Liebesspiel durch ein Loch in der Hose, um Haaresbreite am Zellengitter vorbei schrammt. Oder ist es seine Schwester Kathrin – oder wie es so schön auf Plattdeutsch heißt: „siene Süster“ ( Pamela Eckrodt ), die wie ein Drache den Müller- Haushalt überwacht und kontrolliert. Wobei sie es sich nicht einmal nehmen lässt, selbst die Mettwurst im Keller täglich nachzumessen.

Zur Familie gehören noch Tochter Lisa ( Sigrid Zeller ) und „Denstwicht Lene“ (Carolin Hüls ), beide noch unbemannt und doch nicht abgeneigt… Wenn auch nicht mit dem stotternden Schuster „Mümmel“ ( Jürgen Kunkel) oder dem aalglatten Viehhändler Sibbert (Hubert Reher), dem Casanova des Dorfs.

Just in diesen Trubel lässt der Autor des Textbuchs, Erhard Asmus, mit den Tippelbrüdern und „Landstriekers“ „Hannes“ (Martin Niehoff) und „Wilm“ (Karl-Heinz Füßner) die beiden Hauptakteure – und damit auch die wirklichen Schelme in den Mühlenalltag eintreten.

Zwei Granaten an Frechheit und Schläue, mit Gaunermentalität vom Feinsten. Klar, dass sie den beiden Jungfrauen im häuslichen Umfeld bald die hübschen Köpfchen verdreht haben. Klar auch, dass sie mit ihren nächtlichen Eskapaden auch die Polizei auf ihre Spuren lenken. Doch wie sie es schaffen, aus all dem Schlamassel immer wieder heil herauskommen, nebenbei sogar ihr Glück finden, lohnt sich anzusehen.

„De Schelm van Müehlenbrook“ garantiert Stunden echten Vergnügens. Ein „Muss“ für Menschen, die früher mal Heidi Kabel oder Willi Millowitsch beklatscht haben. Nur eben noch nicht in „Baisensell – giegenüöver de Kiärk“.

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