Gerichtsprozess
Dubiose Beziehungen

Greven/Lengerich/Münster -

Vor dem Landgericht wurde der Prozess gegen einen zündelnden Grevener Spediteur fortgesetzt. Es ging unter anderem um die Fragen, ob er voll schuldfähig ist und wie sehr seine Frau in die dubiosen Machenschaften verstrickt war.

Montag, 17.03.2014, 21:29 Uhr

Er zeige zwar narzisstische und aggressive Wesenszüge, eine psychische Erkrankung beispielsweise in Form einer Persönlichkeitsstörung liegt nicht vor. Zu diesem Schluss kam bei der gestrigen Fortsetzung des Prozesses gegen den angeklagten Spediteur Andreas F. ein ärztlicher Sachverständiger in seinem Gutachten. Somit besteht kein Zweifel an der Schuldfähigkeit des 45-Jährigen aus Lengerich. Mit ihm vor dem Landgericht Münster stehen zurzeit seine 55-jährige Ehefrau und zwei 26 und 21 Jahre alten Mitarbeiter der Spedition in Greven. Laut Anklage sollen sie mehrere geleaste Lastwagen, deren Raten das Unternehmen nicht mehr zahlen konnte, in Brand gesteckt haben. Außerdem wird dem Quartett Betrug und Diebstahl zur Last gelegt.

Während die drei angeklagten Männer bereits am ersten Verhandlungstag ein Geständnis ablegten, hüllt sich Elke A., Ehefrau des Hauptangeklagten, weiter in Schweigen. Die ehemalige Angestellte der Grevener Polizei hatte ihre Unschuld betont. „Sie sollten Pluspunkte sammeln – viel Zeit verbleibt Ihnen nicht.“ Die Warnung des Richters blieb ungehört. Erneut vergeblich fordert die 1. Große Strafkammer die Spediteursgattin zur Mitarbeit bei der Aufklärung der Sachverhalte und der Beteiligung der Akteure an den betrügerischen Machenschaften auf.

Insbesondere die Beziehung der 55-Jährigen zum 26-jährigen Mitangeklagten Mehmet H. stand im Fokus der Befragungen. So legten Ausschnitte aus Gesprächen zwischen den beiden aus der telefonischen Überwachung der Polizei den Verdacht nahe, dass die Spediteursgattin womöglich stärker in die Betrügereien verstrickt ist.

Der bereits mehrfach unter anderem wegen Betrug, Diebstahl und Unterschlagung vorbestrafte Andreas F., der als einziger der Angeklagten in Untersuchungshaft sitzt, beschuldigte erneut seine Frau als Mittäterin, da sie Mehmet H. Geld für eine Ausbildung nur unter der Voraussetzung geliehen habe, dass der 26-Jährige die Lkw anzündet.

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