Ledder Werkstätten: Gemeinde soll auf Ausgaben nicht sitzen bleiben
„Kosten werden eingefordert“

Ladbergen -

Überraschend für Rat und Verwaltung haben die Ledder Werkstätten die Einrichtung eines Cafés im Haus Alte Schulstraße 1 abgesagt. Auf den bereits entstandenen Kosten unter anderem für den Ausbau der alten WC-Anlage soll die Gemeinde nicht sitzen bleiben. Jetzt sollen auch die Bürger Ideen für eine Nutzung der nun leerstehenden Räume einbringen.

Dienstag, 18.03.2014, 22:44 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 18.03.2014, 22:44 Uhr

Die Ledder Werkstätten (LeWe) richten im Haus Alte Schulstraße 1 kein Café ein: Diese Nachricht überraschte Ende der vergangenen Woche Rat und Verwaltung (WN berichteten). Der Einrichtung fehlten „die personellen und finanziellen Ressourcen“, begründet der kaufmännische Leiter Horst Dölling , mit dem Bürgermeister Udo Decker-König am 28. Januar schon über die Einrichtung des künftigen Gastronomie-Betriebes gesprochen hatte, den Entschluss. Am Montagabend diskutierten die Fraktionssprecher der im Gemeinderat vertretenen Parteien über das Thema.

Die FDP-Fraktion fordert in einem Antrag an den Rat unter anderem, den durch die spontane Absage entstandenen finanziellen Schaden für die Gemeinde umgehend von den LeWe einzufordern. Außerdem moniert sie, dass ein Beschluss des Rates vom 13. Dezember 2012 zum Abschluss eines Mietvertrages mit den Werkstätten vom Bürgermeister nicht umgesetzt worden sei.

Wie Udo Decker-König gestern im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten erklärt, wurde die Toilettenanlage im Haus Alte Schulstraße 1 mit Blick auf den geplanten Einzug der LeWe demontiert. Ein Auftrag für den Bau einer neuen Anlage sei nicht erteilt worden. „Die Kosten für den Abbau wird die Gemeinde von den Ledder Werkstätten einfordern“, so der Verwaltungschef. Nach Auskunft von LeWe-Sprecher Jörg Birgoleit gibt es bereits eine Absprache mit der Geschäftsleitung dieser Einrichtung, dass etwaige finanzielle Schäden beglichen werden sollen.

Decker-König erinnert daran, dass das Konzept für ein LeWe-Café schon 2012 dem Ladberger Rat vorgestellt worden war. Am 1. September 2013 sei das Mietverhältnis mit einem Künstler, der Räume im Haus Alte Schulstraße 1 nutzte, gekündigt worden. Ein Mietvertrag mit den Ledder Werkstätten, die die Kosten für Strom, Wasser und Heizung für das Café hätten tragen wollen, sei deshalb nicht zustande gekommen, da bisher nicht alle Einzelheiten hätten geklärt werden können. „Zum Beispiel sollte das Foyer des Hauses auch von der Tourist-Information und der Marketing-Initiative ,Nu män tou!’ genutzt werden“, so der Bürgermeister.

Eine zentrale Frage sei jetzt, wie die Räume genutzt werden könnten, die die Ledder Werkstätten nun nicht mehr haben wollten, erklärt Udo Decker-König weiter. Zur Klärung habe die Verwaltung bereits einen Beschlussvorschlag für eine Sitzung des Gemeinderates am 27. März formuliert. Er umfasst folgende vier Punkte:

1. Die Teilnutzung des Erdgeschosses des Gebäudes „Alte Schulstraße 1“ erfolgt weiterhin durch die Marketing-Initiative Ladbergen „Nu män tou!“ als Dorfladen.

2. Die Tourist- Information verbleibt im Erdgeschoss des Gebäudes. Der Umbau und die Einrichtung erfolgen im Rahmen der hierfür bereitgestellten Haushaltsmittel.

3. Die Sanierung und der Umbau der Toilettenanlage werden wie ursprünglich vorgesehen im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel umgesetzt. Die begonnenen Arbeiten werden unverzüglich fortgesetzt.

4. Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit den politischen Gremien der Gemeinde Ladbergen und der Öffentlichkeit nach einer adäquaten Nutzung der noch zur Verfügung stehenden Räume im Erdgeschoss des Gebäudes als Ergänzung zu der vorgesehenen Nutzung zu suchen.

Knackpunkt bleibt dabei wohl besonders die jetzt offene Nutzung der rund 70 Quadratmeter großen Räume, die ursprünglich als Café vorgesehen waren. „Als die Pläne für das Gebäude Alte Schulstraße 1 im Jahr 2012 dem Gemeinderat vorgestellt wurden, waren nicht alle Politiker damit einverstanden, dass die Ledder Werkstätten dort ein Café einrichten wollten“, erinnert sich Udo Decker-König. Daraufhin seien die Nutzung ausgeschrieben und andere Interessenten gesucht worden. „Gemeldet hat sich damals nur der Künstler, der die Räume bis 2013 genutzt hat“, so der Bürgermeister.

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