Konzertabend der Extra-Klasse beendet die Saison der Gempt-Soireen
Musik geht unter die Haut

Lengerich -

„Wie vielseitig die beiden sind, Wahnsinn.“ Dieser von einer Zuschauerin geflüsterte Satz brachte auf den Punkt, was sicherlich die meisten im Publikum beim vierten und bis zum Herbst vorerst letzten Konzert der Gempt-Soireen dachten.

Dienstag, 18.03.2014, 16:35 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 17.03.2014, 20:10 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 18.03.2014, 16:35 Uhr

„Wie vielseitig die beiden sind, Wahnsinn .“ Dieser von einer Zuschauerin geflüsterte Satz brachte auf den Punkt, was sicherlich die meisten im Publikum am Sonntag beim vierten und bis zum Herbst vorerst letzten Konzert der Gempt-Soireen dachten.

Nikola Komatina am Akkordeon und Mladen Miloradovic am Violoncello begeisterten mit ihrem Programm „Funken“ von der ersten bis zur letzten Minute mit ihrem schier irrwitzigen und perfekten Zusammenspiel und der außergewöhnlichen Auswahl ihrer Stücke.

Komatina (Jahrgang 1988) machte mit „De Profundis“ von Sofia Gubaidulina den Anfang. Unter totaler Konzentration wiegte er sein Akkordeon, entlockte ihm leise und dann wieder anschwellende Töne, einem aufkommenden Gewitter ähnelnd. Dem Publikum war anzumerken, dass es sich erst in dieses Stück mit dem ungewohnten Klangmuster hineindenken musste.

Als Mladen Miloradovic hinzukam und bei der für Violoncello und Akkordeon überarbeiteten Bachsonate den Part der Viola da Gamba übernahm, entspannten sich die Gesichter der Zuhörer wieder, handelte es sich doch nun wieder um bekanntere Töne.

Bei den sechs Rumänischen Volksweisen von Bela Bartok schien das Violoncello voller Wehmut und Melancholie eine ganz eigene Geschichte zu erzählen, während Komatinas Akkordeon Akzente setzte und untermalte. Bald klang es übermütig, dann wieder voller Leidenschaft, was die mehrfach ausgezeichneten Künstler – darunter auch der GWK-Preis – ihren Instrumenten entlockten.

Die Sonate D-Dur Hob von Joseph Haydn spielte Nikola Komatina nach der Pause allein auf dem Akkordeon. Seine Hände schienen beinah über die Tasten zu fliegen, jeder Ton akzentuiert und punktgenau, die Heiterkeit des Stückes steckte an.

Nach zwei traditionellen Roma-Liedern, bei denen auch die Stimmen der aus Serbien stammenden Künstler zum Einsatz kommen und begeistern, will der Applaus nicht enden, so sehr geht die Musik unter die Haut. Mit „Le Grand Tango“ von Astor Piazolla beendeten sie einen anspruchsvollen Konzertabend der Extraklasse.

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