Prozess am Landgericht Münster
Angeklagter Spediteur aus Lengerich voll schuldfähig

Lengerich/Greven/Münster -

Für mehrere Lkw-Brände sollen ein Ehepaar aus Lengerich sowie zwei Mitarbeiter ihrer Spedition in Greven verantwortlich sein. Vor Gericht soll nun geklärt werden, inwieweit die vier Angeklagten in die betrügerischen Machenschaften verstrickt waren.

Montag, 17.03.2014, 20:09 Uhr

Er zeige zwar narzisstische und aggressive Wesenszüge, eine psychische Erkrankung beispielsweise in Form einer Persönlichkeitsstörung liegt nicht vor. Zu diesem Schluss kam bei der Fortsetzung des Prozesses gegen den angeklagten Spediteur Andreas F. ein ärztlicher Sachverständiger in seinem Gutachten. Somit besteht kein Zweifel an der Schuldfähigkeit des 45-Jährigen aus Lengerich.

Mit ihm vor dem Landgericht Münster stehen zurzeit seine 55-jährige Ehefrau und zwei 26 und 21 Jahre alten Mitarbeiter der Spedition in Greven. Laut Anklage sollen sie mehrere geleaste Lastwagen, deren Raten das Unternehmen nicht mehr zahlen konnte, in Brand gesteckt haben. Außerdem wird dem Quartett Betrug und Diebstahl zur Last gelegt.

Während die drei angeklagten Männer bereits am ersten Verhandlungstag ein Geständnis ablegten, hüllt sich Elke A., die Ehefrau des Hauptangeklagten, weiterhin zumeist in Schweigen. Die ehemalige Angestellte der Grevener Polizei hatte vor dem Prozessauftakt ihre Unschuld betont. „Sie sollten Pluspunkte sammeln – viel Zeit verbleibt Ihnen nicht.“ Die Warnung des Vorsitzenden Richters blieb überwiegend unerhört. Erneut vergeblich fordert die 1. Große Strafkammer die Spediteursgattin zur intensiveren Mitarbeit bei der Aufklärung der Sachverhalte und der Beteiligung der Akteure an den betrügerischen Machenschaften auf.

Insbesondere die Beziehung der 55-Jährigen zum 26-jährigen Mitangeklagten Mehmet H. stand am Montag im Fokus der Befragungen. So legten Ausschnitte aus Gesprächen zwischen den beiden aus der telefonischen Überwachung der Polizei den Verdacht nahe, dass die Spediteursgattin womöglich stärker in die Betrügereien verstrickt ist.

Keine Einigung erzielte das Gericht jedoch mit den Verteidigern der Angeklagten, ob die Mitschnitte der Telefonate stärker in die Beweisführung mit eingehen sollen. Der bereits mehrfach unter anderem wegen Betrug, Diebstahl und Unterschlagung vorbestrafte Andreas F., der als einziger der Angeklagten in Untersuchungshaft sitzt, beschuldigte seine erneut seine Frau als Mittäterin, da sie Mehmet H. Geld für eine Ausbildung nur unter der Voraussetzung geliehen habe, dass der 26-Jährige die Lkw anzündet.

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