Sie ist da, wenn sie gebraucht wird
Angelika Schröder kümmert sich als Familienpatin um die Söhne von Eva Berg

Ochtrup -

Unterstützung für Familien im ganz normalen Alltagswahnsinn – das ist die Aufgabe von Familienpaten der Diakonie Steinfurt. In Ochtrup hat Eva Berg von dem Angebot Gebrauch gemacht. Für die Alleinerziehende und ihre beiden Söhne ist Patin Angelika Schröder ein wahrer Glücksfall.  

Mittwoch, 19.03.2014, 09:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 19.03.2014, 09:00 Uhr

„Es hat geklingelt. Das ist Angie“, rufen Lennard und Liam Berg und stürmen zur Haustür. „Angie“ heißt mit vollem Namen Angelika Schröder . Die Ochtruperin engagiert sich seit August 2013 als ehrenamtliche Familienpatin bei Eva Berg und ihren Kindern. Nach Absprache kommt sie in die Familie und unternimmt etwas mit den beiden Jungen. Spielen, Basteln oder Kochen zum Beispiel. „Manchmal spielt Angie auch mit uns Fußball. Aber da gewinne ich sowieso“, verrät Liam und schaut verschmitzt zu seiner Familienpatin herüber.

Die trägt es mit Fassung, dass der Siebenjährige ihr fußballtechnisch überlegen ist. Schließlich spielt er in einer echten Mannschaft. „Und wir sind auch schon mit Angie ins Kindertheater gegangen. Das war echt cool“, erzählt der fünfjährige Lennard. Die beiden Jungen haben viel Spaß mit der Familienpatin, worüber ihre Mutter Eva Berg überaus glücklich ist. Sie ist alleinerziehend und bewegt sich ständig im Spagat zwischen Vollzeitjob, Haushalt und Kindererziehung. Zwar besucht Lennard ganztägig eine Kita, und sein großer Bruder Liam geht in die Offene Ganztagsschule. Doch auch nach Feierabend ist die alleinerziehende Mutter froh, dass jemand da ist, der im Notfall ihre Kinder betreut. Etwa, wenn für sie ein Arztbesuch ansteht oder Besorgungen gemacht werden müssen.

Durch das Jugendamt hatte sie von dem Familienpatenprojekt der Diakonie-Beratungsstelle Steinfurt erfahren und wandte sich an die zuständige Ansprechpartnerin Elke Gaußelmann. Die Diplom-Psychologin bringt Familien und Paten zusammen. „Ich schaue mir die Familien genau an und überlege, wer für die jeweilige Patenschaft in Frage kommen könnte“ beschreibt sie ihre Koordinationsarbeit. Dass Kinder und ihre Paten einander mögen, ist dabei eine wichtige Voraussetzung.

Angie ist ein Glücksfall für uns. Hinzu kommt, dass sie ganz in unserer Nähe wohnt.

Eva Berg

Zwischen Angelika Schröder und Eva Berg mit ihren Sprösslingen funktionierte das auf Anhieb. „Angie ist ein Glücksfall für uns. Hinzu kommt, dass sie ganz in unserer Nähe wohnt“, freut sich Eva Berg. Besonders schätzt sie es, dass sie nun eine Ansprechpartnerin hat, wenn sie mal einen Rat braucht. „Wir haben eine tolle Vertrauensbasis aufgebaut. Das ist ähnlich wie ein Mutter-Tochter-Verhältnis“, sagt Berg.

Angelika Schröder war auf das Patenprojekt aufmerksam geworden, als sie in ihrem Laden entsprechende Flyer auslegte. „Das wäre doch etwas für mich“, dachte sie und wurde aktiv. „Meine Kinder sind erwachsen, und ich suchte nach einer Freizeitbeschäftigung, die mich ausfüllt“, erzählt sie. Die Patenschaft empfindet die Betreiberin eines Bioladens als sinnvolle Ergänzung zu ihrem Beruf. Alle zwei Monate trifft sie sich mit anderen Paten. Auch das gehört zum Projekt.

Elke Gaußelmann wünscht sich mehr engagierte Leute wie Angelika Schröder: „Die Nachfrage nach Familienpaten nimmt stetig zu. Der Bedarf ist bei weitem nicht gedeckt.“

Zum Thema

Informationen gibt es bei der Diakonie-Beratungsstelle Steinfurt (Telefon 0 25 51 / 13 14).

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