Uli Haller zaubert mit St.-Georg-Grundschülern faszinierende Kunstwerke
Der Maler mit dem Lichtpinsel

Saerbeck -

„Licht“, sagt der Dortmunder Künstler Uli Haller, „weckt das Kind in mir.“ Da ist es kein Wunder, dass er gerne mit Kindern arbeitet und ihnen seine faszinierende Kunst beibringt. Dabei ist seine Technik ganz einfach: einfach. Die Kamera steht auf Langzeitbelichtung, und der Mensch malt mit leuchtenden „Pinsel“ frei im Raum. In der Grundschule zauberte er mit Schülern Märchenbilder, die man so wohl noch nicht gesehen hat.

Montag, 17.03.2014, 15:18 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 13.03.2014, 19:27 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 17.03.2014, 15:18 Uhr

Ein beleuchteter Staubwedel, Laserschwerter wie aus „ Star Wars “, ein Bischofs-Krummstab mit Disco-Flackerlicht, ein Zauberstab mit glühender Spitze, ein großer, grün leuchtender Kamm: So sehen die „Pinsel“ des Dortmunder Lichtartisten und -malers Uli Haller aus. Mit ihnen und den Schüler des vierten Jahrgangs der St.-Georg-Grundschule zauberte der Künstler außergewöhnliche Bilder auf den Kamera-Chip. Herausgekommen sind leuchtend bunte Szenen aus drei Märchen. Sie will Uli Haller zu illustrierten Büchern zusammenstellen.

Es ist (fast) mucksmäuschenstill im abgedunkelten Musikraum der Schule. Die Schüler tragen alle von oben bis unten schwarz, so dunkel wie die Box, in der sie gleich die Lichtpinsel schwingen. Auf den Tischen liegen die Szenenentwürfe der Jungen und Mädchen, Wachsmalstift auf Papier. Die Viertklässler haben sich überlegt, wie sie die wichtigsten Stellen der Märchen „Frau Holle“, „Rumpelstilzchen“ und „Sterntaler“ in wenigen Strichen, Punkten und farbigen Flächen zusammenfassen können. Die dunklen Tücher als Hintergrund hängen, Kamera , Beamer und die Assistentin Christine Schube sind bereit. Die Schüler haben den Umgang mit den Lichtpinseln schon geübt, als sie ihre Namen spiegelverkehrt in die Luft schrieben. Jetzt wird es ernst.

Uli Hallers Technik ist eigentlich einfach. Die Kamera steht auf Langzeitbelichtung, und der Mensch malt mit leuchtenden „Pinseln“ frei im Raum. Die Lichtwerkzeuge hat Uli Haller selbst entworfen und gebaut. Aber das Verfahren braucht Planung und Disziplin. Die zwei goldenen Ringe für Rumpelstilzchens Hochzeit sind schnell freihändig dargestellt – aber dann sind sie auch schon nur noch in der Kamera. Wo müssen doch gleich die Figuren hin, wo die Bäume? Wie groß? Wie macht man klare Striche, wie flauschige Wolken?

Uli Haller hilft. Er führt die Hand, die ohne Bezugspunkt die Äste an den Baum malt. „Darf ich in euer Bild noch ein bisschen Gras reinmachen“, fragt er und lässt den grün leuchtenden Kamm hüpfen wie beim Aerobic. Für Sternenhimmel und Hagelkörner ist der Bischofsstab mit seine vielen blinkenden LEDs gut. Die etwas unförmige blaue Laserschwert-Keule macht einen super Himmel. Der filigrane Zauberstab zeichnet eine Mütze mit Bommel. So entstehen Strich für Strich, Fläche für Fläche die Märchenszenen.

Nicht nur die Schüler sind fasziniert, interessiert und wohl deshalb trotz der verheißungsvollen Dunkelheit gar nicht auf Stören oder Streiche aus. Auch die Klassenlehrer sind begeistert. „Keiner driftet ab, alle sind voll dabei“, stellt Melanie Vogelpohl fest, bestätigt von ihren Klassenlehrer-Kollegen Bernd Franke und Silke Frie-Thünemann. „Die wollen das jetzt wöchentlich haben“, berichtet Melanie Vogelpohl.

„Ich behaupte, dass Kinder eine sehr große dreidimensionale Denkfähigkeit haben“, sagt der Lichtkünstler Haller. Gerade durch die Beschäftigung mit Computern seien sie heute schneller in der Lage, Räume zu erfassen, meint er. Lichtmalerei bietet Raum, indem sie die Bindung an die zwei Dimensionen des Papiers aufhebt.

Die Märchenbücher mit den Lichtpinsel-Illustrationen will Uli Haller in vier Wochen fertig haben.

Die wollen das jetzt wöchentlich haben.

Melanie Vogelpohl
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