Aus Online-Diskussion entwickelt sich eine Schlägerei
Tipp vom Staatsanwalt: Facebook-Verzicht

Borghorst -

Der Staatsanwalt hatte einen Tipp für den jungen Borghorster: „Sie sollten aufhören, in Facebook zu schreiben. Glauben Sie mir, das geht. Einfach nicht mehr tippen.“ Ohne die Unterhaltung am Abend des 16. November in diesem sozialen Netzwerk, das nach Überzeugung des Anklagevertreters „zu unsozialem Verhalten führt“, hätte der 24-jährige Borghorster nicht wegen zweifacher Körperverletzung auf dem Anklagestuhl des Amtsgerichts Platz nehmen müssen.

Dienstag, 11.03.2014, 11:40 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 11.03.2014, 11:40 Uhr

Denn Zeugen und Gericht waren sich einig: „Das hat sich alles im Internet hochgeschaukelt“, wie die 19-Jährige aussagte, die von dem Angeklagten einen Schlag mit der Hand abbekommen haben will.

Krach hatte es in dem Haus an der Straßburger Straße wegen einer aufgedrehten Musikanlage gegeben. Geburtstagsparty. Der Angeklagte und seine Freundin, Mutter eines Kleinkindes, fühlten sich von den bollernden Bässen zwei Etagen über ihnen gestört. Er rief die Polizei, die sorgte für Ruhe, die aber nur kurz anhielt. Wenig später dröhnte es wieder, parallel hatte sich im Internet eine lebhafte Diskussion um die Ruhestörung entwickelt. Irgendwann wurde es der Geburtstagsgesellschaft zu dumm. „Wir wollten die Sache persönlich klären“, wie das 30-jährige Geburtstagskind im Zeugenstand sagte. Also Treppe runter, geklingelt und statt langanhaltender Diskussionen gab es Schläge. Nicht so doll. Nach dem ersten Schrecken feierten die Partygäste in einer Kneipe weiter. Der Angeklagte sprach später von einer „Kurzschlussreaktion“.

Der 24-Jährige kam gestern glimpflich davon. Gegen Zahlung von 300 Euro wurde das Verfahren eingestellt. Nicht ohne erneute Ermahnung des Staatsanwaltes: „Hören Sie mit solchen Facebook-Diskussionen auf. Ich möchte solche Strafanzeigen nicht, ich habe wirklich besseres zu tun.“

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