Bewährungsstrafen für Jugendliche Tankstellenräuber entschuldigen sich

Westerkappeln/Lotte -

Wegen eines versuchten schweren Raubüberfalls im Mai 2013 auf eine Tankstelle in Osnabrück-Atter verurteilte das Jugendschöffengericht Ibbenbüren am Montag drei Angeklagte aus Lotte und Westerkappeln im Alter von 18, 19 und 20 Jahren zu acht Monaten auf Bewährung

Von Monika Koch
 
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Wegen eines versuchten schweren Raubüberfalls im Mai 2013 auf eine Tankstelle in Osnabrück-Atter verurteilte das Jugendschöffengericht Ibbenbüren gestern drei Angeklagte aus Lotte und Westerkappeln im Alter von 18, 19 und 20 Jahren zu acht Monaten auf Bewährung.

Sie waren vermummt und im Besitz einer „Scheinpistole“ zum Tatort gefahren, um die Tageskasse der Tankstelle auszurauben. Mit der Beute wollten sie auf einer Orientparty in Düsseldorf „top gestylt“ auf „dicke Hose“ machen, sagte der Richter in der Urteilsbegründung. Zwei von ihnen müssen 100 Sozialstunden leisten, der 19-Jährige 500 Euro in monatlichen Raten von 100 Euro zahlen.

Alle drei waren geringfügig vorbelastet. Richter und Staatsanwaltschaft redeten ihnen kräftig ins Gewissen.

Positiv wurde das umfassende Geständnis bewertet.

Zur Tat: Morgens gegen drei Uhr fuhren sie zu dritt zur Tankstelle, zwei waren maskiert und hatten eine „Scheinpistole“ dabei, die von einer echten kaum zu unterscheiden war.

Der Jüngste klingelte an der Tür der Tankstelle und fragte nach einer Pizza. Die Mittäter standen vermummt mit der Pistole in der Hand draußen. Die Frau erschrak. Das Duo flüchtete in Panik. Auch der Dritte wollte gehen, aber die Mitarbeiterin verschloss die Tür und rief die Polizei. „Hier geht keiner mehr raus, und keiner kommt rein“, sagte sie energisch, verlas der Richter aus den Akten.

Anfangs gab sich der 18-Jährige ahnungslos, wurde aber durch die Videoaufnahme, die das Trio vor der Tür zeigte, überführt. Alle drei entschuldigten sich bei der Angestellten.

In einem Täter-Opfer-Ausgleich sollen sie ein klärendes Gespräch mit dem Opfer und der Jugendgerichtshilfe führen.

Kritisch bemerkte das Gericht, dass die Jugendgerichtshilfe wegen Personalmangels aus Kostengründen beim Kreisjugendamt nur über einen der drei Angeklagten Bericht erstatten konnte.

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