Joseph Dahlhaus-Erichsen hat Sassenberger Facebook-Gruppe gegründet 1000. Mitglied begrüßt

Sassenberg -

Die Schallmauer ist durchbrochen: Am Samstag begrüßte Joseph Dahlhaus-Erichsen das 1000. Mitglied der Sassenberger Facebook-Gruppe. Ein toller Erfolg, denn erst vor knapp zwei Jahren rief der 50-Jährige sie ins Leben.

Von Ulrich Lieber

„Ich bin schon ein paar Jahre bei Facebook und habe irgendwann geschaut, was es so in Richtung Sassenberg gibt, und da gab es noch nichts“, berichtet Dahlhaus-Erichsen . Also beschloss er, eine solche Gruppe einzurichten. Zu Beginn lud er ein paar Freunde und Verwandte ein, und relativ schnell verbreitete sich die Neuigkeit unter den Facebook-Usern.

Der Sassenberger war selbst mal ein paar Jahre nicht in der Hesselstadt, sondern lebte in Essen und weiß deshalb, wie interessant es ist, Nachrichten aus der Heimat zu lesen. Denn es gibt einige Mitglieder, die außerhalb wohnen und sich auf diese Weise auf dem Laufenden halten. Es gibt alles rund um Sassenberg, Veranstaltungen, Neuigkeiten, entlaufene Tiere oder Polizeimeldungen. Dazu sorgt der 50-Jährige selbst dafür, dass es immer wieder etwas Nettes zu sehen gibt. Joseph Dahlhaus-Erichsen ist nämlich in seiner Freizeit oft unterwegs, um mit Film- und Fotokamera alles in Sassenberg festzuhalten. „Die Filme schneide ich selbst und stelle sie dann in die Gruppe“, sagt er. Die Fotos werden zum Teil noch fleißig mit einem Programm bearbeitet und dann ebenfalls gepostet. „Ich möchte dokumentieren, wie sich die Dinge verändern“, erklärt Dahlhaus-Erichsen.

Er hat auch die Spielregeln für die Gruppe festgelegt, denn es gibt bestimmte Dinge, die er hier nicht sehen möchte und die auch nichts in einer solchen Gruppe zu suchen haben. „Ich will kein Spam und auch keine Kleinanzeigen, denn dafür gibt es eine Extra-Gruppe.“

Wer in die Gruppe aufgenommen wird, das entscheidet er ebenfalls, aber hier ist er sehr großzügig. „Eigentlich kommt jeder rein, aber wenn jemand dort Spam postet, fliegt er wieder raus.“ Diese unerwünschten Werbungen nehmen nämlich in letzter Zeit gerade bei Facebook zu. „Ich schaue mir meistens das Profil an, dort sieht man, wo er herkommt. Manchmal sind es auch Leute, die hier in Urlaub waren“, sagt der Administrator der Gruppe.

Dass es mittlerweile 1000 Leute sind, hat er so nicht unbedingt vorausgesehen. „Ich habe das einfach ohne Erwartungen gegründet.“ Aufgrund der mittlerweile hohen Nutzerzahlen hat er sich Hilfe geholt, denn alleine kann er das als Administrator nebenbei gar nicht schaffen. „Ich bin berufstätig und kann nicht immer sofort reagieren“, erklärt er. Deshalb sind neben ihm auch noch Jutta Lewandowski und Stadtjugendpfleger Dirk Ackermann für die Pflege der Seite zuständig. „Wir nehmen beleidigende Kommentare raus. Privatkrieg wollen wir auch nicht bei uns haben“, hat er schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht. „Es fehlen ein wenig die Gesetze für das Internet, aber ich denke, dass sich da was tun wird.“ Genervt haben ihn auch so genannte „gefakte“ Polizeimeldungen. Da gab es zum Beispiel die Meldung, dass Männer mit einem Bulli an den Schulen den Kindern auflauern. Diese Meldung sei bald durch ganz Deutschland gelaufen. „Ich habe zum Teil bei den Meldungen selbst recherchiert, ob es stimmt“, berichtet Dahlhaus-Erichsen.

Insgesamt läuft es aber gesittet unter den Sassenbergern ab. „Jeder hat seine eigene Meinung, und die sollte auch jeder respektieren.“ Neben Polizeimeldungen werden vor allem Themen stark kommentiert, die Sassenberg direkt betreffen. Zum Beispiel das Einkaufszentrum war ein Renner. „Das hat schlagartig rund 100 neue Leute gebracht. Zu der Zeit war viel los.“ Klar, dass er da auch immer aktuelle Fotos eingestellt hat. „Ich fahre oft gezielt los, um etwas für die Gruppe zu fotografieren oder zu filmen“, sagt Dahlhaus-Erichsen. Damit will er die Gruppe interessant halten. Außerdem mag er diese Zeitdokumente, denn in Sassenberg habe sich in den letzten 40 Jahren eine Menge getan. Auch das Gruppenbanner im Kopf der Seite wird von ihm immer wieder neu gestaltet.

Joseph Dahlhaus-Erichsen arbeitet in Sassenberg in der Qualitätssicherung bei Ellebracht. „Ich messe alles, was produziert wird“, sagt er. Computer haben ihn schon immer fasziniert, und so startete er wie viele andere Anfang der 80er Jahre mit einem Commodore 64. Für die Facebook-Gruppe investiert er im Schnitt rund eine halbe Stunde pro Tag, und nicht nur den Sassenbergern „gefällt“ es. Fans hat er nämlich schon in der eigenen Familie. „Ich finde es gut. Meine Schulkollegen finden es toll, denn man kann viel erfahren“, strahlt Sohn Sam (10). Ebenso begeistert ist seine Frau Susanne: „Ich finde es klasse.“ Auch seine anderen Kinder Dennis (28), Celina (15) und Noah (14) finden die Aktion ihres Vaters prima.

Von den Sassenbergern wird er übrigens nicht groß auf die Gruppe angesprochen. „Ich kenne ja 800 Leute persönlich überhaupt nicht.“ Auf jeden Fall will er weitermachen, denn „es macht viel Spaß und meine Motivation ist ungebrochen.“

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