Vernissage im Historischen Rathaus Verschiedenheit vereint

Warendorf -

„Verscheidenheid bijeen“ lautet der Titel der Ausstellung der niederländischen Künstlerinnen Ingrid Slaa und Marijke Boekholdt, die zurzeit im Historischen Rathaus gezeigt wird. „Verscheidenheid“ ist, wie man schon vermutet haben mag, Niederländisch für „Verschiedenheit“ oder auch „Vielfalt“; „bijeen“ bedeutet so viel wie „vereint“ oder „zusammengehörig“. Es geht also um das Erzeugen von Kontrasten. Tatsächlich haben die Werke der beiden, die einmal in der Woche gemeinsam in Ingrid Slaas Atelier arbeiten, nichts gemeinsam, bis auf eines: beide ziehen ihre Inspirationen aus dem Alltag.

Von Theresa Busch
Die niederländischen Künstlerinnen
Die niederländischen Künstlerinnen Foto: Busch

Die leicht augenzwinkernde Betrachtung von teils ganz „banalen“ Gegenständen macht in den Augen von Renate Schulze Versmar, Vorsitzende des Kunstkreises Warendorf , den besonderen Reiz der Arbeiten aus. Die Kunst von Ingrid Slaa beschäftigt sich vor allem mit dem Thema Selbstfindung und ist häufig autobiografisch geprägt. Auch den Betrachter will sie dazu anregen, sich auf die Suche nach der eigenen Identität zu machen. Bei der Wahl des Mediums probiert sie gerne Neues aus: Von Töpferei über Fotografie bis hin zu Videos sind verschiedenste kreative Ausdrucksformen vertreten. Marijke Boekholdt hingegen hat sich seit über 40 Jahren voll und ganz der Töpferei verschrieben. Vor einiger Zeit entdeckte sie die vielfältigen gestalterischen Möglichkeiten, die sich durch Lasuren in der Keramik bieten, und experimentiert momentan mit Materialien wie Bronze. Im Gegensatz zu Ingrid Slaa verfolgt sie mit ihrer Arbeit kein spezielles Thema und plant im Vorfeld auch nicht genau, was sie erschafft. „Ich nehme einfach den Ton in die Hand und fange an. Die Form entwickelt sich dann im Prozess“, erklärt die Künstlerin.

Verbunden sind beide durch den Rotary Club . Ihre Ehemänner sind Mitglieder. Auch der Kontakt nach Warendorf kam über den Club zustande. Somit ist es auch nicht verwunderlich, Dr. Norbert Nottebaum, Präsident der Rotarier, zur Vernissage am Samstag viele Vereinsfreunde von beiden Seiten der Grenze begrüßen konnte.

Bürgermeister Jochen Walter stellte die große Bedeutung heraus, die Kulturarbeit auch politisch für eine Gemeinde hat. Renate Schulze Versmar freute sich, mit „Verscheidenheid bijeen“ die erfolgreiche Geschichte von Vernissagen ausländischer Künstler aus freundschaftlich mit Warendorf verbundenen Orten fortsetzten zu können. Um nicht nur das Auge, sondern auch die Ohren anzusprechen, sorgten Sille und Emer, die Töchter von Ingrid Slaa, auf Klavier und Trompete für die musikalische Untermalung. Noch bis zum 27. April ist die Ausstellung im Historischen Rathaus zu sehen.

Leserkommentare
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2326555?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F947766%2F947782%2F