LWL-Projekt Neues Internettool für den Erdkundeunterricht

Münsterland -

Ein modernes Bild von Westfalen, das wünscht sich LWL-Direktor Wolfgang Kirsch. Das Online-Projekt "WebGIS Westfalen" kann dazu beitragen. Der interaktive Kartendienst wurde am Montag vorgestellt. Er soll vor allem den Erdkundeunterricht modernisieren. 

Von Uwe Renners
Westfalen geht auch modern: Das neue Portal „WebGIS“ soll Lehrer unterstützen. Thomas Bartoschek, Rudolf Grothues, Dr. Wolfgang Kirsch und Professor Dr. Edzer Pebesma (v.l.) stellten es vor.
Westfalen geht auch modern: Das neue Portal „WebGIS“ soll Lehrer unterstützen. Thomas Bartoschek, Rudolf Grothues, Dr. Wolfgang Kirsch und Professor Dr. Edzer Pebesma (v.l.) stellten es vor. Foto: Uwe Renners

Die Erdkundebücher und das dort vermittelte antiquierte Bild Westfalens machen dem Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe zu schaffen. „Wir wollen das Zerrbild ändern. Die Menschen müssen wissen, welche Chancen hier schlummern“, sagt Dr. Wolfgang Kirsch . Schon aus diesem Grund kommt er am Montag persönlich, um das Online-Projekt „ WebGIS Westfalen“ vorzustellen. Das „WebGIS“ bietet Nutzern die Möglichkeit, thematische Karten der Region zu generieren. 

So können zum Beispiel Karten entstehen, die zeigen, wie hoch die Geburtenrate in den einzelnen Kreisen Westfalens ist. Die so entstandenen Karten können die Lehrer dann mit anderen Themen wie zum Beispiel der Sterberate in Beziehung setzen.

Interaktives Board

Im Jahr 2011 hat die Geographische Kommission begonnen, ein neues Werkzeug für den Erdkundeunterricht zu entwickeln. „Die herkömmliche Tafel hat ausgedient“, sagt Kirsch bei der Vorstellung des Dienstes. An einem interaktiven Board, einer digitalen Tafel sozusagen, sind Lehrer in der Lage, Themen für die Schüler aufzubereiten.

LWL-Kommission

Das Projekt, dessen Anfangsfinanzierung auf die Manfred-Engel-Stiftung aus Bielefeld zurückgeht, ist eine Kooperation der LWL-Kommission mit dem Institut für Geoinformatik der Universität Münster, das den technischen Part übernommen hat.

 

Geographieunterricht

„WebGIS“ ist laut dem Geschäftsführer der LWL-Kommission, Rudolf Grothues, für den Unterricht in den Fächern Geographie, Politik und Gesellschaftslehre konzipiert und läuft auf jedem PC oder Tablet-Computer. Und es steht nicht nur Lehrern, sondern jedem Interessierten zur Verfügung. Die Karten sind lizenz- und kostenfrei. Kirsch: „Auch für Lokalpolitiker eine Quelle, um sich mit Themen wie dem demografischen Wandel auseinanderzusetzen.“ Mit einem Zeitschieber kann bis zum Jahr 2030 in die Zukunft geblickt werden. 

Zerrbild Westfalen

Experten des LWL hatten 2012  59 Erdkundebücher der weiterführenden Schulen durchforstet und aufgelistet, was sie an Beiträgen über die Region und ihre Konkurrentin Rheinland gefunden haben.  Von 105 Beiträgen, die von NRW handeln, entfielen 76 auf das Rheinland (72 Prozent) und 29 auf Westfalen-Lippe (28 Prozent).

„Die Schüler haben zudem die Möglichkeit, zu sehen, welche Macht solche Karten haben“, erläutert Thomas Bartoschek von der Uni Münster. Ein tiefdunkles Rot habe eine andere Aussagekraft als ein helles Gelb.

Erste Version

Die jetzige Version soll nur ein Anfang sein. Irgendwann sollen die Zahlen nicht nur für die 27 Kreise und kreisfreien Städte Westfalens zur Verfügung stehen, sondern bis in die Gemeinden heruntergebrochen werden können. „Diese Daten sind auch für Firmen interessant, die sich in der Region ansiedeln wollen“, sagt Kirsch.

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