Positive Stimmen
Vier Gründe, warum der Katholikentag uns begeistert

Der Katholikentag in Münster begeistert schon jetzt Zehntausende Menschen. Warum, schreiben unsere Redakteure.

Samstag, 12.05.2018, 10:00 Uhr

Festivalstimmung vor der Schlossplatzbühne vor dem Auftritt der "Alten Bekannten" Foto: Matthias Ahlke

Politik redet Klartext

Die Spitzenpolitiker legen ihre diplomatische Zurückhaltung beim Katholikentag 2018 ab. Vor allem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier begeistert mich mit seiner Eröffnungsrede auf dem Domplatz. Prägnant und auf den Punkt. Mit  notwendigen Worten zur Ökumene, zum Iran-Abkommen, zur Kreuz-Debatte und zum Antisemitismus. Bundeskanzlerin Angela Merkel legt beim vom US-Präsidenten aufgekündigten Atomabkommen und zu nationalen Alleingängen nach. Ganz offen räumt sie ein, dass es immer wieder schwierige Gespräche mit Donald Trump gebe. Deutschlands Spitzen­politiker reden in Münster Klartext. Das macht den Katholikentag 2018 so besonders. (Ralf Repöhler)

Überall fröhliche Menschen

Es sind die Menschen, die mich bei diesem  Katholikentag begeistern, ihre Fröhlichkeit, Offenheit und ihre Hilfsbereitschaft. Das Fest lebt von Begegnungen und vom friedvollen Umgang mit­einander. Niemand meckert, wenn er vielleicht ausnahmsweise mitten in der Promenade vom Rad steigen muss. Menschen lassen sich über die Kirchentagsmeile treiben und floaten durch die Stadt. Das muss das echte Kirchentagsfeeling sein. Genau diesen Katholikentag braucht die Stadt in dieser Zeit. Es ist sehr beeindruckend, was Vereine, Verbände und Initiativen innerhalb der Kirche auf die Beine stellen. Und es wird sehr bewusst: Ohne die Ehrenamtlichen wäre ein solches Fest nicht möglich. (Gabriele Hillmoth)

Offen vom Glauben sprechen

Die Volkskirche wird seit Jahren totgesagt; doch beim Katholikentag lässt sich spüren, wie viel Leben noch in ihr ist. Wenn sich Zehntausende gemeinschaftlich zum Glauben bekennen, kann  er Berge versetzen. An einem überfüllten Infostand auf der Kirchenmeile empfahl mir ein Unbekannter – amerikanischer Tourist, handfester Typ – auf Englisch ein Buch. Ich sollte es lesen und ihm ­später sagen, was ich davon hielte. Ob wir uns denn je wieder begegnen würden? „Sicher“, sagte er munter, „im Himmel. Jesus sorgt dafür.“ Weg war er. Sehr gute Predigt im dichten Gewühl! Christentum ist keine ­Privatsache, sondern gehört in die Öffentlichkeit. Je mehr, desto besser. (Lukas Speckmann)

Musik beschert Gänsehaut

In einer offenen Gesellschaft ist die Kirche nicht über jeden Zweifel erhaben. Aber für die Tradition der Kirchenmusik kann man ihr gar nicht ­genug danken. Auf diesem Gebiet hat die Religion der Menschheit einen unschätzbaren Dienst erwiesen. Diese Gedanken gingen mir durch den Kopf, als ich am Donnerstagnachmittag um 16 Uhr das große Chorkonzert auf dem Domplatz erlebt habe. Laut Programmheft wirkten 138 Chöre und 4300 Sänger mit. Als sie  das Halleluja von Händel anstimmten, war die ­Gänsehaut vorprogrammiert. Über Jahrhunderte hinweg haben ganze Generationen von Menschen in der Kirche das Singen erlernt. Was für eine Erfolgsgeschichte! (Klaus Baumeister)

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