Kommentar Ertragreicher Katholikentag: Münster bleibt im Gedächtnis

Der 101. Katholikentag ist Geschichte und fügt sich mit Nachdruck als vierte Ausgabe der Friedensstadt Münster in die Reihe der Katholikentage seit 1848 ein. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, Diözese und Stadt Münster, Mitwirkende und Gäste dürfen auf ertragreiche Tage zurückblicken.

Von Johannes Loy

Gesellschaftlich-politisch: Es zeigte sich, dass das Leitwort „Suche Frieden“ durch die aktuelle politische Gemengelage spürbares Interesse und engagierte Debatten über die Zukunft eines wankelmütigen Europa, einer konfliktbeladenen Welt und einer in Teilen erodierenden Christenheit hervorrief. In Foren und auf Podien wurde um Wege gerungen.

Dann kulturell: Chöre und Orchester aus dem Bistum zeigten herausragenden Einsatz bei Großkonzerten und Uraufführungen. Kabarett, Bühnenshows und natürlich die noch länger laufenden fünf Friedensausstellungen boten ein Mosaik, das sich bislang nur sehr selten auf Katholikentagen derart facettenreich gezeigt hat.

Ökumenisch: Im ersten Jahr nach dem Reformationsjubiläum wehte in Gesten der Freundschaft und des Vertrauens ein frischer Geist. Nicht zuletzt das Bemühen der katholischen Bischöfe, in kleinen, familiären Schritten Abendmahlsgemeinschaft herzustellen, lässt hoffen.

Nicht zuletzt spirituell: Gottesdienste, Gebetsabende, Bibelgespräche zeugten von großer Ernsthaftigkeit und Gläubigkeit.

Dass das alles nach dem Amok-Anschlag Anfang April friedlich und fröhlich über die Bühne ging, darf als großes Zusatzgeschenk verbucht werden. Auch wenn es mal länger dauerte oder hakte, Münster hat sich, zumal bei überwiegend schönem Wetter, als attraktiver und zuvorkommender Gastgeber präsentiert. Das wirkt nach und lässt hoffen, dass es bis zum nächsten großen Kirchentreffen in Münster nicht wieder 88 Jahre dauert.

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