Schlussbilanz des Katholikentags 90.000 Teilnehmer in Münster: Großes Ringen um Einheit

Münster -

Mit großartigen optischen Eindrücken und Appellen für Frieden in der Welt und Einheit in der Kirche ist der 101. Katholikentag in Münster zu Ende gegangen. Zu dem fünftägigen Laientreffen kamen rund zahlende 90.000 Besucher.

Von Johannes Loy
Schlussbilanz des Katholikentags: 90.000 Teilnehmer in Münster: Großes Ringen um Einheit
Ein prächtiger Schlussakkord: 30.000 Gläubige füllten beim Abschlussgottesdienst des 101. Katholikentages den Schlossplatz in Münster. Foto: Gunnar A. Pier

Riesiger Menschenandrang in Münster: Allein an dem festlichen, musikalisch aufwendig gestalteten Abschlussgottesdienst auf dem Schlossplatz nahmen am Sonntagvormittag rund 30.000 Gläubige teil. Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), appellierte in seiner Schlussbotschaft an die große Festgemeinde: „Lasst uns alle Boten des Friedens von Münster sein. Vielen Dank – und kommt gut heim.“

Zuvor hatte Sternberg zum Dialog der Religionen aufgerufen. Richtig gelebte Religionen seien nicht Ursache von Krieg, sondern „Motor des Friedens“. Sternberg warnte zugleich vor einem zunehmenden Egoismus in der Gesellschaft. Dringend nötig sei nicht das „Ich zuerst“, sondern die Rücksicht auf den anderen. Er bemängelte unter dem Applaus der Gläubigen zugleich, dass Frauen in Leitung und Ämtern der katholischen Kirche nicht ausreichend zur Geltung kämen: „Das kann so nicht bleiben!“

Appell für mehr Einheit

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hatte die Menschen auf dem Schlossplatz in Münster zuvor in seiner frei gehaltenen Predigt stimmgewaltig ermuntert, „Instrumente des Friedens“ in einer zerrissenen Welt zu sein. Zugleich sparte er nicht mit Selbstkritik. Auch in der katholischen Kirche wolle man sich darum bemühen, „dass wir eins sind, auch wir Bischöfe“, sagte der Westfale Marx, der Erzbischof von München und Freising ist. Die Frage, ob protestantische Ehepartner im pastoralen Einzelfall zur Kommunion zugelassen werden sollen, hatte unter den katholischen Bischöfen für Streit gesorgt.

Die Schlussbilanz des 101. Katholikentages führt fast 90.000 Teilnehmer an. Zu den 53.000 Dauerkarten kamen etwa 35.000 verkaufte Tageskarten hinzu.

Nächster Katholikentag erst 2022

Nach dem Katholikentag ist vor dem Kirchentag. Der findet ebenfalls in Westfalen statt: Dessen Präsident Hans Leyendecker, sprach die Einladung aus: „Kommen Sie zum 37. Evangelischen Kirchentag nach Dortmund, in eine Stadt der Veränderung, charmant und quicklebendig.“ Die westfälische Präses Annette Kurschus sagte, schon jetzt sei die Freude auf den Kirchentag spürbar: „Auf Wiedersehen vom 19. bis zum 23. Juni 2019 in Dortmund.“

2021 findet der 3. Ökumenische Kirchentag in Frankfurt/Main statt. Für 2024 hat sich das Bistum Erfurt für einen Katholikentag in Stellung gebracht. Ob bereits 2022 möglicherweise Würzburg zum Zuge kommt, steht noch nicht fest.

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