Abschied von Münster
Katholikentags-Teilnehmer treten ermutigt den Heimweg an

Münster -

30.000 Menschen erlebten am Sonntagmorgen des Schlussgottesdienst des Katholikentages. Viele erzählen von bewegenden Momenten und Höhepunkten in den zurückliegenden Tagen.

Sonntag, 13.05.2018, 19:14 Uhr

Den festlichen Abschlussgottesdienst des Katholikentags vor dem Schloss feierten 30 000 Menschen. Foto: Matthias Ahlke

Vor dem Schloss auf der großen Bühne spielt noch Musik nach dem großen Abschlussgottesdienst. Tanja und Ulrich Clees sowie Beatrix und Sebastian Mählmann sitzen mit ihren insgesamt vier Kindern – zwei, fünf und zehn Jahre alt – noch auf der Wiese und haben es nicht eilig wegzukommen, heim nach Koblenz und Bonn. Fünf Tage Münster liegen hinter ihnen. Und gefragt nach ihren Eindrücken, sprudelt es aus ihnen heraus. „Eine ganz liebevolle Gastfreundschaft in der Ludgerusschule in Hiltrup“ haben sie erlebt, und sie sind voll von inspirierenden Eindrücken: „Sehr emotional, ohne Frömmelei“, sagt Ulrich Clees. Seine Frau Tanja ergänzt: „Es war schön, hier mit so vielen Christen zusammen zu sein, sich mit seinem Glauben nicht verstecken zu müssen.“ In ganz Münster kamen „Tausende von Menschen zusammen, die guten Willens sind“: Für Beatrix Mählmann sind die Tage in Münster darum „ein Stückchen gelebte Utopie, wie anders miteinander umgegangen werden könnte in der Gesellschaft“.

So ähnlich fasst es auch ein prominenter Teilnehmer zusammen: „Das war eine gute Veranstaltung, bei der ohne Häme und Aggression geredet wurde“, sagt Wolfgang Thierse, ehemaliger Bundestagspräsident, als er vom Schlossplatz schlendert.

Nachdenklichkeit, aber auch viel Fröhlichkeit, Ergriffenheit und bisweilen etwas Erschöpfung sind in den Gesichtern der Menschen sichtbar, die sich nach dem Abschlussgottesdienst mit 30 000 Teilnehmern auf den Heimweg machen. Ein Helfer von den Pfadfindern ist im Getümmel eingeschlafen. Sehr munter sind noch die 18-jährigen Helferinnen aus dem rheinischen Wachtberg, die seit 6.15 Uhr, so früh schon und bei Regen und Donnergrollen, auf dem Schlossplatz im Einsatz sind: „Fünf Tage mit solchen Massen gut gelaunter Menschen zu verbringen, das war einfach toll“, sagt Lena Schmidt. Und ihre Freundin Sarah Beckmühl freut sich, dass alle Generationen vertreten waren. „Es stimmt gar nicht, dass nur noch ältere Leute etwas mit Glauben und Kirche zu tun haben.“

Jung sind auch Elizabeth Stauß und Samuel Klein, ebenfalls aus Bonn. Für die beiden ein Höhepunkt der Tage: „Ein Paar-Picknick mit Decke, Wein und Leitfragen für das Gespräch zu zweit.“ So habe der Katholikentag „auch die Beziehung vorangebracht“, lachen die beiden.

„Wir müssen alle miteinander klarkommen“: Das ist die einfache und zentrale Botschaft von Joachim Schulz und Grace Okonkwo. Für das Ehepaar aus Hamm ist die Welt mit ihrer Vielfalt ohnehin schon in der Familie vereint. Sie waren mit der „African Ca­tholic Church“ an allen Tagen in Münster dabei. Ihr Motto ist, anders gesagt, auch Botschaft dieses Katholikentages.

Frieden suchen ist mühsam, erfordert „Nachdenken, Geduld, Toleranz“: All das hat Anne Koch aus dem Lipperland, die zusammen mit ihren beiden Schwestern auf dem Schlossplatz ist, in den zurückliegenden Tagen bei Veranstaltungen des Katholikentages erlebt. Viele, die jetzt weggehen, fühlen sich ermutigt.

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5736707?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F947682%2F5704143%2F
Rechtslücken: Wer zahlt für Katzen und Hunde?
 (Symbolbild)Dr. Hannah Reidun Niermann
Nachrichten-Ticker