Geschäfte blieben beim Katholikentag leer Gastronomie und Einzelhandel ziehen Bilanz

Münster -

Die Befürchtungen einiger Kaufleute, dass die Geschäfte während des Katholikentages leer bleiben, sollten sich erfüllen. Gewinner der fünftägigen Veranstaltung sind die Hotels und die Gastronomie.

Von Gabriele Hillmoth
Zum ersten Mal wurden aufgrund des Katholikentages an den Giebeln der Prinzipalmarkt-Häuser in der Innenstadt fremde Fahnen gehisst.
Zum ersten Mal wurden aufgrund des Katholikentages an den Giebeln der Prinzipalmarkt-Häuser in der Innenstadt fremde Fahnen gehisst. Foto: Matthias Ahlke

Leere Geschäfte, volle Gastronomiebetriebe: So sah es während des Katholikentages in der münsterischen Innenstadt aus. Bevorzugt seien in den Restaurants vor allem Tellergerichte bestellt worden, berichtet Renate Dölling vom Hotel- und Gaststättenverband. Ihre Umfrage ergab: „Katholikentagsbesucher sind sehr preisbewusst.“

Die Gastronomie verzeichnete nach eigenen Angaben „ein sehr gutes Wochenende“. Dem schließt sich Georg Krimphove an. Der Bäckermeister versorgte täglich die Gäste in den Unterkünften mit 8000 bis 9000 Brötchen. „Auch die 1500 Friedenskrusten haben wir gut hinbekommen“, lobt er seine Mannschaft. Vor allem belegte Baguettes, Gemüsequiche und Laugenbrezeln seien verkauft worden. In der Filiale am Michaelisplatz hatte man sich schon auf einen großen Ansturm vorbereitet, der aber noch übertroffen wurde. Krimphove selbst wundert sich nur über die wenigen Imbissbuden in der Stadt.

Thomas Arzner, Sprecher des Katholikentages, betont, dass man bewusst auf weitere Imbiss-Stände verzichtet habe, um die heimische Gastronomie einzubinden. Was Renate Dölling irritiert. Sie seien bei einer Besprechung mit den Veranstaltern draufhingewiesen worden, dass aus Sicherheitsgründen keine zusätzlichen Stände stehen dürften.

Trotz der leeren Geschäfte bezeichnet Thomas Zumnorde, Sprecher der Kaufmannschaft vom Prinzipalmarkt, den Katholikentag als eine Veranstaltung, die positive Zeichen gesetzt habe. Allein der „bildliche“ Schulterschluss zwischen Kirche und Stadtgesellschaft hat für ihn einen hohen Stellenwert. Noch nie seien bisher an den Giebelhäusern fremde Fahnen gehisst worden. Weniger lebhaft als die Diskussion über die Fahnen ging es in vielen Geschäften zu.

Ein Friseur an der Frauenstraße hatte vorsichtshalber komplett geschlossen. Jörg Pantenburg von Galeria Kaufhof rechnete nach Gesprächen mit Kollegen in Leipzig, wo 2016 der Katholikentag stattgefunden hat, mit wenig Betrieb. „Zum Katholikentag ist eben ein anderes Publikum in der Stadt.“ Insgesamt sei die Veranstaltung aber eine tolle Werbung für die Stadt gewesen, lobt er. „Was für eine wunderschöne Stimmung“, schwärmt der Vorsitzende der Kaufmannschaft, Matthias Lückertz. „Der Katholikentag zielte auf das Image der Stadt. Wir waren gute Gastgeber und hatten eine tolle Wirkung in der Fläche, auch wenn es nicht im Portemonnaie zu spüren ist.“

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