Neujahrsempfang: Ehrenamt und Handwerk bleiben auch in Zeiten der Digitalisierung wichtig Von Mensch zu Mensch

Rosendahl. Nicht nur die Auszeichnung an sich diente als Würdigung, sondern besonders auch der anhaltende Applaus der vielen Gäste im Saal des Rathauses. „Sie setzen sich tagtäglich in unterschiedlichen Bereichen für alte Menschen ein“, sprach Bürgermeister Christoph Gottheil den ehrenamtlichen Helfern im Altenheim der Stiftung zu den Heiligen Fabian und Sebastian den Dank aus – deshalb erhielten sie gestern Abend im Rahmen des Neujahrsempfangs der Gemeinde Rosendahl den Ehrenamtspreis der Sparkasse Westmünsterland.

Von Frank Wittenberg
Neujahrsempfang: Ehrenamt und Handwerk bleiben auch in Zeiten der Digitalisierung wichtig: Von Mensch zu Mensch
Als Gastredner informierte Ulrich Müller (rechts), Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Coesfeld, hier mit Bürgermeister Christoph Gottheil. Foto: az

Wie präsent das Ehrenamt in den drei Ortsteilen verankert ist, hatte Gottheil schon zuvor in seiner Ansprache verdeutlicht. „In der Einrichtung in Osterwick unterstützen rund 60 dieser Helfer die Mitarbeiter“, führte Karl-Heinz Thier, Regionaldirektor der Sparkasse Westmünsterland, weiter aus. Deshalb sei es an der Zeit, Dank zu sagen mit diesem mit 1000 Euro dotierten Preis, den Annette Wensing, Hannelore Wessendorf und Karl Höner stellvertretend entgegennahmen.

Danke sagen, das lag auch dem Bürgermeister am Herzen. An die vielen Aktiven in Rosendahl, an seine Mitarbeiter, auch an die Kommunalpolitiker, die im abgelaufenen Jahr einmal mehr viel Arbeit geleistet hätten. „Wir pflegen eine gute, offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit“ – trotz gelegentlicher Störfeuer durch Leserbriefe mit einem märchenhaften Anstrich, stellte Gottheil fest.

Finanziell steuere die Gemeinde auf ruhige Fahrwasser zu. Allerdings sei es wichtig, das Gemeindevermögen zu stärken und für die Zukunft zu erhalten, unter anderem durch die Sanierung von Schulen und Straßen: „Dadurch erhält der Bürger auch viel von den 2012 angepassten Steuersätzen zurück.“ Ein bedeutendes Thema seien die gemeindlichen Baugrundstücke, die praktisch ausverkauft seien. Zumal nicht endlos neue Flächen ausgewiesen werden könnten. So müsse ein Leerstand im Bestand der Ortskerne vermieden werden. „Es sollten verstärkt auch die Alt-Immobilien in den Blick genommen werden“, betonte Gottheil. „Deshalb haben wir das Förderprogramm Jung kauft Alt verlängert.“

Mit interessanten Zahlen wartete der Gastredner Ulrich Müller, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Coesfeld, auf. So verfüge Rosendahl über 146 eingetragene Handwerksbetriebe, darunter 21 Tischlereien, 20 Bau- und 18 Kfz-Betriebe. „Beeindruckend ist, dass in Rosendahl zurzeit 114 junge Leute im Handwerk ausgebildet werden“, berichtete Müller. „Das liegt bezogen auf die Zahl der Beschäftigten klar über dem Schnitt.“ Mit diesem Pfund müsse auch in Zukunft gewuchert werden, denn es werde immer wichtiger, die Qualität der handwerklichen Berufsausbildung in den Vordergrund zu stellen.

Das Thema Digitalisierung rückte Ulrich Müller ebenfalls in den Fokus. Die sei nicht aufzuhalten, davon könne bisweilen auch profitiert werden – aber eine umfassende Beratung, wie sie das Handwerk liefere, könne dadurch nie ersetzt werden: „Die Kreativität und die Umsetzung durch unsere Handwerker werden die Kunden auch in Zukunft weiter schätzen.“

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