Rosendahl Treffpunkt ohne Barrieren

Holtwick. Die junge Mutter, die an diesem Morgen die Spielgruppe besuchen will, muss mit dem Kinderwagen Schwerstarbeit leisten. „Das ist schon sehr mühsam“, sagt Franz-Josef Niehues mit Blick auf die steile Rampe. „Für einen Rollstuhfahrer ist das ohne Hilfe überhaupt nicht machbar.“ Die fehlende Barrierefreiheit ist ein großes Problem, mit dem sich die vielen Nutzer des Holtwicker Pfarrheimes plagen müssen – dem soll im Zuge einer Renovierung Abhilfe geschaffen werden. Allerdings muss das Heim voraussichtlich vier Monate lang geschlossen bleiben.

Von Frank Wittenberg
Rosendahl: Treffpunkt ohne Barrieren
Die steile Rampe stellt eines der Probleme am Holtwicker Pfarrheim dar – der Bauausschuss der Kirchengemeinde mit (von links) Franz-Josef Niehues, Erich Fleige und Pastor Dirk Holtmann plant deshalb einen Umbau mit Renovierung. Fotos: fw Foto: az

Intensiv ist in der Vergangenheit diskutiert worden, ob ein Abriss und Neubau des Gebäudes Sinn macht. „Vertreter des Generalvikariates haben unser Pfarrheim selbst in Augenschein genommen und festgestellt, dass die Bausubstanz noch gut zu erhalten ist“, erklärt Pastor Dirk Holtmann, der gemeinsam mit Erich Fleige und Franz-Josef Niehues den zuständigen Bauausschuss der Kirchengemeinde bildet. Anfang der 80er Jahre sei das ehemalige Krankenhaus zum Pfarrheim umgebaut worden, ergänzt Niehues – also gewiss noch nicht so alt, dass sich eine Sanierung nicht mehr lohne.

Worauf damals allerdings nicht geachtet wurde: Vier Stufen führen durch das alte Portal in die Räume, sogar sechs an der Seite, dem eigentlichen Haupteingang. Es gibt zwar eine Rampe, die sei aber viel zu steil angelegt, stellt Niehues fest: „Sie hat zwölf Prozent Steigung, darf aber nur sechs aufweisen.“ Eben diese Rampe soll im Zuge der Arbeiten verlängert, abgeflacht und mit einem Zwischenpodest versehen werden. Zudem soll der jetzige kleine Gruppenraum in ein bisher fehlendes Behinderten-WC umgestaltet werden, ein weiterer Teilbereich werde zum Stuhllager. Weil aber der größere Gruppenraum eine mobile Trennwand erhalte, falle effektiv kein Raum weg, erläutert Niehues: „Eine parallele Nutzung ist nach wie vor möglich.“

Ein weiteres großes Problem birgt die alte Heizungsanlage, die komplett erneuert und von Öl auf Gas umgestellt werden soll. „Im Altbau sitzen noch dicke Gussrohre, die müssen raus“, erklärt Niehues. Wasserleitungen müssen ersetzt, die schon sehr alten Sanitäreinrichtungen erneuert werden, zudem werde eine weitere Fluchttür im Saal zur Friedhofstraße hin eingebaut. Teilweise seien neue Fenster geplant. Der große Gruppenraum werde mit einer Akustikdecke und einer Isolierung versehen, auch der Dachboden über dem Saal werde isoliert. „Das Mauerwerk ist zum Glück sehr dick“, erklärt Erich Fleige. „Das bringt energetisch schon eine Menge.“

In den Sommerferien geht es los. Bereits am 29. Juni soll das Pfarrheim zum letzten Mal genutzt werden – „dann werden einige Vereine und Gruppen in Eigenleistung bei der Demontage helfen“, berichtet Niehues. Ab Mitte Juli ziehen die Handwerker ein, möglichst bis Ende Oktober soll alles fertig sein – in dieser Zeit müssen die Gruppen ausweichen.

Die Kosten werden aktuell mit 250 000 bis 280 000 Euro beziffert – mit Vorbehalt. „Wir müssen in einem Altbau mit Überraschungen rechnen“, weiß Franz-Josef Niehues. Rund 50 Prozent werden vom Bistum bezuschusst, der Rest bleibt bei der Kirchengemeinde. „Wir werden auch Sonderkollekten halten“, kündigt Pastor Holtmann an. „Wegen des hohen Eigenanteils würden wir uns auch sehr über Spenden freuen.“ 7 Auf dem Dachboden und im Keller des Pfarrheimes stehen noch diverse Sachen von Gruppen, die nicht mehr genutzt werden. Diese Bestände sollten bis zum 4. Mai sortiert beziehungsweise abgeholt werden.

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