Rosendahl Eine ganze Schule sticht in See

Rosendahl. Halbwegs trocken klettert sie aus dem Kanu. Premierenfahrt geglückt! „Das Lenken hat etwas Probleme gemacht“, gibt Heike zu. „Aber wir sind nicht gekentert!“ Diesen Teil der Schulolympiade hat die Zehntklässlerin aus Holtwick locker absolviert. Gleich geht’s noch weiter in den GPS-Parcours, während sich andere Kinder und Jugendliche beim Bogenschießen oder im Kletterwald probieren – Unterricht der anderen Art.

Von Frank Wittenberg
Rosendahl: Eine ganze Schule sticht in See
In den Baumwipfeln unterwegs: Im Kletterwald mussten in luftiger Höhe Buchstaben gefunden werden, die schließlich ein Lösungswort ergaben. Fotos: fw Foto: az

Ein paar Meter weiter blickt Axel Barkowsky zufrieden auf das Gewusel, das sich über das weitläufige Gelände am Pröbstingsee in Borken ausbreitet. „Eine Aktion in dieser Größe haben wir noch nie durchgeführt“, lächelt der Leiter der Sekundarschule Legden Rosendahl. Eine ganze Schule geht auf Reisen – mit fast 500 Personen, die nicht einfach in der Sonne faulenzen, sondern sich verschiedenen sportlichen Herausforderungen stellen. „Wir wollten gerne einmal einen gemeinsam Tag mit der gesamten Schule verbringen“, sagt er. Und mit einem gewissen Wettkampfcharakter, deshalb ist diese Schulolympiade auf die Beine gestellt worden.

Von der Idee bis zur Umsetzung musste ein langer Weg beschritten werden. „Anfang des Schuljahres haben wir mit den Planungen begonnen, aber wir haben sicherlich drei Monate lang nach einem passenden Ort gesucht“, erzählt Kristin Ebbing, Didaktische Leiterin der Sekundarschule. Am Pröbstingsee in Borken wurden sie schließlich fündig, was aber auch Michaela Kempkes, Leiterin des Kletterwald-Teams, vor eine ordentliche organisatorische Herausforderung gestellt hat. „Eine so große Gruppe mit einem zusammenhängenden Programm haben wir noch nie gehabt“, sagt sie und gibt ehrlich zu: „Das hat mir einige schlaflose Nächte bereitet.“ Aber mit ihren 22 Trainern und Helfern hat sie alles im Griff, nicht zuletzt dank der hervorragenden Unterstützung der Sekundarschullehrer, lobt sie: „Alle sind engagiert und sehr gut vorbereitet.“

Und alle haben sie ihren Spaß. Auch wenn der GPS-Lauf, bei dem verschiedene Koordinaten im Wald geortet werden mussten, nicht immer ganz einfach war. „Einmal haben wir einen Zettel nicht gleich gefunden“, berichtet Marie. „Aber nach gut 45 Minuten waren alle Aufgaben bewältigt.“ Jetzt freut sich die 15-jährige Legdenerin noch auf das Kanufahren und verschiedene Kooperationsspiele mit ihrer neunten Klasse.

Jeweils zwei der vier sportlichen Disziplinen durfte jeder Schüler vorab für sich auswählen. Neben Kanu hat sich Heike für den GSP-Lauf entschieden: „Geklettert wäre ich auch gerne, aber das habe ich schon einmal gemacht.“ Neues ausprobieren, sich selbst testen, dabei Punkte für die eigene Klasse sammeln, darum geht es. „Der Spaß steht im Vordergrund, auch wenn wir am Ende eine Siegerehrung durchführen werden“, erklärt Kristin Ebbing. Das perfekte Wetter macht es zudem für alle Beteiligten zu einem Urlaubstag.

Max hat sich derweil einen Campingstuhl geschnappt, eine pinkfarbene Sonnenbrille ausgeliehen und ist in den Chill-Modus übergegangen. Der Kanu-Parcours, bei dem ein Slalom in einer festgelegten Reihenfolge durchfahren werden muss und die Bootsbesatzung anschließend auch noch möglichst unfallfrei die Positionen tauschen darf, hat gut geklappt. „Mit Maja und Otis bin ich Dritter geworden“, erzählt der 15-Jährige. Den Daumen hoch gibt es aber für den gesamten, so außergewöhnlichen Schultag: „Das macht hier riesig Spaß!“

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