Rosendahl
Gefühlt kurze Grünzeit auf Prüfstand

Osterwick. Maja und Ole müssen sich sputen. Die Druckampel an der Schöppinger Straße bei Grün zu überqueren, ist für die beiden sechsjährigen Erstklässler kaum machbar – und dass nur vier Sekunden nach dem Umspringen auf Rot schon wieder mit Gelb und unmittelbar danach mit Grün das Signal für die wartenden Autofahrer zur Weiterfahrt gegeben wird, löst auch bei den Eltern nicht gerade angenehme Gefühle aus. „Das könnte in der Tat etwas knapp sein“, erklärt Josef Brinkhaus, Pressesprecher des Landesbetriebes Straßen.NRW auf Anfrage unserer Zeitung. „Wir werden das kurzfristig prüfen.“

Freitag, 08.06.2018, 08:58 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 07.06.2018, 17:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 08.06.2018, 08:58 Uhr
Bange Blicke nach oben: Für die Erstklässler Maja und Ole sowie die dreijährige Emma ist es kaum möglich, die Druckampel am Wellenort bei Grün zu überqueren. Das und die kurze Räumzeit bis zum Grün für die Autofahrer will der Landesbetrieb Straßen.NRW nun überprüfen. Foto: Frank Wittenberg

Für Sabine Thiering als Anliegerin ist die kurz gehaltene Ampelschaltung auf der L 582 (Schöppinger Straße/Straße von Entrammes) im Bereich der Einmündung Wellenort schon länger ein Unsicherheitsfaktor. „Für die Fußgänger bleibt es nur acht Sekunden grün, und danach bleiben nur vier Sekunden, bis die Autofahrer wieder ihr Signal bekommen“, sagt sie. Das sei für Kinder sehr knapp bemessen – „vor allem, wenn sie auch bei Grün erst nach links und rechts sehen, wie sie es im Kindergarten beigebracht bekommen haben.“ Zudem seien nach ihren Messungen die Zeiten auf der Hauptstraße im Dorf viel weiter gedehnt: zehn Sekunden Grünlicht für Fußgänger, danach noch einmal zehn Sekunden, bis die Autofahrer wieder starten dürfen.

Die besagten Zeiten hängen in der Regel von der Breite der Straße und vom querenden Verkehr ab, erläutert Josef Brinkhaus. Wenn die Ampel für die Fußgänger wieder auf Rot springe, werde üblicherweise eine „Räumzeit“ von 1,2 Metern pro Sekunde gerechnet, damit auch die Verkehrsteilnehmer noch rechtzeitig über die Straße kommen, wenn sie in der letzten Grünsekunde erst die Straße betreten. Zulässig wäre sogar eine noch kürzere Räumzeit von 1,5 Metern pro Sekunde, aber das könnte natürlich sehr knapp bemessen sein. „Ein Sicherheitsgefühl gibt das den Fußgängern vermutlich nicht“, zeigt Brinkhaus Verständnis.

Vor diesem Hintergrund soll die Firma Siemens möglichst kurzfristig die Zeiten prüfen, sowohl auf der Schöppinger Straße, als auch auf der Hauptstraße. „Es handelt sich ja auch um einen Schulweg, deshalb ist es sinnvoll, sich das anzusehen“, erklärt Josef Brinkhaus. „Wenn es tatsächlich notwendig erscheint, werden die entsprechenden Zeiten angepasst.“

Erst im April hatte Ralf Steindorf (CDU) im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss darauf hingewiesen, dass die Schöppinger Straße oft zu schnell befahren und die Verkehrsinsel am Ortseingang bisweilen sogar kurzerhand als Abkürzung falsch umfahren werde. Bürgermeister Christoph Gottheil sicherte zu, das in Absprache mit der Polizei in den Fokus zu nehmen.

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