Rosendahl Sterne steigen zum Himmel auf

Holtwick. Sterne, die zum Himmel aufsteigen, sollen künftig auf dem Holtwicker Friedhof eine besondere Erinnerung an die sogenannten „Sternenkinder“ ermöglichen. Die Planungen für diese Gedenkstätte haben die Künstler Erika Post (Darfeld) und Jonathan Meibes (Holtwick) gemeinsam ausgearbeitet. „Es heißt ja, den Kindern gehört das Himmelreich“, erläutert Meibes das Projekt. Deshalb sei die Idee entstanden, Sterne ähnlich wie Planeten aus einer Säule emporsteigen zu lassen.

Von Frank Wittenberg
Rosendahl: Sterne steigen zum Himmel auf
So könnten die planetenartigen Sterne aussehen, die Künstlerin Erika Post (3. von links) gemeinsam mit Jonathan Meibes (2. von links) in einer Gedenkstätte für Sternenkinder auf dem Holtwicker Friedhof umsetzen möchte. Foto: Frank Wittenberg

Als Sternenkinder werden meist Kinder bezeichnet, die schon vor, während oder nach der Geburt mit einem Gewicht unter 500 Gramm versterben, mittlerweile häufiger aber auch Kinder mit mehr Gewicht, die die Geburt nicht überleben. „Wir wünschen uns, dass für sie eine besondere Ruhestätte geschaffen wird“, erklärte Ralf Steindorf (CDU) im Rahmen einer Ortsbesichtigung durch den Ausschuss für Sport, Kultur, Familien und Soziales. Besonders beeindruckt zeigte er sich davon, dass im Vorfeld auch die Viertklässler der St.-Nikolaus-Grundschule in Holtwick in die Überlegungen einbezogen worden seien. Schöne Ideen und Zeichnungen seien dabei entstanden – „und die haben wir auch als Grundlage für unsere Planungen genommen“, betont Jonathan Meibes.

Entstehen soll die neue Gedenkstätte an zentraler Stelle auf dem Friedhof, nicht weit entfernt vom alten Eingangsportal. „Wir haben uns mehrere mögliche Flächen angesehen, und diese dürfte sehr gut geeignet sein, weil sie nicht am Rand liegt“, erklärt Martin Stauvermann, stellvertretender Leiter des Fachbereiches Ordnung und Soziales. An der ausgesuchten Stelle seien in den 70er Jahre bereits einige Kindergräber angelegt worden: „Die wollen wir in das neue Feld einbinden.“

Zentraler Punkt auf dieser Fläche soll eine zwei Meter hohe Säule aus Edelstahl sein, aus der Schweife ebenfalls aus Edelstahl mit einer zusätzlichen Höhe von bis zu einem Meter aufsteigen. An deren Ende werden die planetenartigen Sterne installiert, die von Erika Post gestaltet werden – die Darfelderin arbeitet vornehmlich mit Ton. „Das Material Erde passt hervorragend“, sagt die Künstlerin, die ihre Sterne neben der typischen Optik von gebranntem, rissigem Ton auch mit gedeckten Farben versehen will. „Das soll dem eigentlich traurigen Anlass etwas Leichtigkeit geben.“ Die aufgebrochene Struktur des Tons löste unter den Ausschussmitgliedern durchaus Diskussionen aus, aber Erika Post will das nicht als beängstigend verstanden wissen: „Es ist vielmehr als Aufbruch positiv gedacht.“ In der Rasenfläche werde zudem die Möglichkeit bestehen, auf Wunsch eine Platte mit dem Namen des jeweiligen Sternenkindes einzulassen, ergänzt Meibes.

Die Gesamthöhe des Kunstwerkes von drei Metern könne einerseits Vandalismus vorbeugen, vor allem soll es aber auch einen starken Ausdruck vermitteln, wünscht sich Jonathan Meibes. „Es soll den Besuchern des Friedhofes durchaus bewusst werden, dass sich hier eine besondere Gedenkstätte befindet“, findet Bürgermeister Christoph Gottheil den Ansatz sehr positiv. Dank des Engagements der Künstler werde das Projekt für die Gemeinde finanziell gut umsetzbar sein. Die weiteren Details sollen in den nächsten Wochen erarbeitet und umgesetzt werden.

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