Rosendahl
„Das Leben miteinander gestalten“

Rosendahl. „Ich lerne, um als Integrationshelfer und Multiplikator anderen Flüchtlingen zu helfen“, sagt Qasim Murad am Anfang seines Vortrages im Rahmen eines Begegnungstreffens im Torhaus Holtwick. „Denn“, so führt er aus, „Teilhabe heißt, in der Gesellschaft und der Politik mitzumachen und mitzuentscheiden.“

Freitag, 10.08.2018, 12:08 Uhr

Foto: Martina Hegemann

Um dies bestmöglichst tun zu können, hat Qasim Murad mit vielen weiteren Mitgliedern der Gruppe im Kreis Coesfeld an der Bundesinitiative „Jugendliche ohne Grenzen“, die das kommunale Integrationszentrum des Kreises Coesfeld angeboten hat, teilgenommen. Das Projekt wird unterstützt durch die Konrad-Adenauer-Stiftung.

Die Gruppe hat sich unter Anleitung des Bildungskoordinators Cornelius Bracht vom Kommunalen Integrationszentrum mit den Grundzügen der Demokratie vertraut gemacht und unter anderem durch den Besuch im „Haus der Geschichte“ in Bonn ganz neue Einsichten über die Entstehung und Entwicklung Deutschlands und seiner Werte gewonnen.

„Besonders wichtig für mich sind die Werte des Grundgesetzes, wie zum Beispiel Artikel 1 zur Würde des Menschen, aber auch Artikel 3 zur Gleichheit oder Artikel 5 zur Meinungsfreiheit“, betont nicht nur Qasim Murad an diesem Nachmittag.

„Und auch die Demokratie ist für uns sehr wichtig, denn in unseren Herkunftsländern gibt es keine Demokratie.“ Sie ermögliche Teilhabe durch zivilgesellschaftliches Engagement, für das sie eintreten wollen und das sie sich wünschen.

Nelli Soumaoro, ebenfalls Mitglied der Gruppe „Jugendliche ohne Grenzen“ im Kreis Coesfeld, fasste das Ziel wie folgt zusammen: „Durch gemeinsames Tun möchten wir etwas erreichen, das können ganz kleine Schritte sein, zum Beispiel eine Hilfestellung im Bereich Wohnen, wo durch ein Miteinander besser den Bedürfnissen aller gerecht werden könnte.“

Dem Austausch durch Dialog und Begegnung zwischen Einheimischen und Flüchtlingen komme dabei eine ganz besondere Bedeutung zu, denn nur durch gegenseitiges Kennenlernen und Verständnis könnten Vorurteile abgebaut werden und miteinander das gesellschaftliche Leben gestaltet werden.

In diesem Zusammenhang wünschen sich die Gruppenmitglieder statt einer Diskussion über Flüchtlinge eine Zusammenarbeit mit den Flüchtlingen. Qasim Murad, der sich wie die anderen auch als Brückenbauer zwischen Einheimischen und Flüchtlingen versteht, möchte dies für Rosendahl tun.

Insgesamt neun Multiplikatoren und Ansprechpartner für Einheimische und Flüchtlinge gibt es derzeit in den Kommunen des Kreises Coesfeld.

Im anschließendem Gespräch nahmen die Mitglieder Anregungen mit, wie sie ihr Ziel „Integration durch Wertevermittlung und Teilhabe“ fortführen und vertiefen können.

Ergänzt wurde der Vortrag von Qasim Murad durch Teile der Ausstellung „Willkommen im Kreis Coesfeld“, die bereits im Kreishaus des Kreises Coesfeld und in der Familienbildungsstätte Lüdinghausen gezeigt wurde.

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