Kreisliga B: Für SW Beerlage betreibt Timo Tetzlacht ab dem Sommer einen großen Aufwand Heiß und fußballverrückt

Beerlage. Ein bisschen fußballverrückt muss er schon sein. Denn der Aufwand, den Timo Tetzlacht künftig betreibt, ist nicht ohne. In Essen-Werden wohnt er, in Castrop befindet sich seine Arbeitsstelle – und von da wird er ab dem Sommer regelmäßig die Tour nach Holthausen antreten. „Ein Weg 55 Minuten“, lächelt der neue Spielertrainer von SW Beerlage. „Aber ich habe einfach richtig Lust auf die Aufgabe.“

Von Frank Wittenberg
Kreisliga B: Für SW Beerlage betreibt Timo Tetzlacht ab dem Sommer einen großen Aufwand : Heiß und fußballverrückt
Freut sich auf seine neue Aufgabe beim B-Ligisten SW Beerlage: Timo Tetzlacht (2. v. l.), aktuell noch Spielertrainer bei Adler Buldern II, übernimmt in der neuen Saison die Aufgabe von Julian Tacke (links) und Lennart Götte, die dem Verein als Spieler erhalten bleiben. Mit im Bild: Philipp Mersmann und Christian Lütke Enking (rechts). Foto: az

Völlig unbekannt ist ihm seine künftige Mannschaft nicht, im Gegenteil. Denn Tetzlacht ist den Schwarz-Weißen schon häufig über den Weg gelaufen. Der 38-Jährige, der bei der TSG Dülmen groß geworden ist und anschließend vier Jahre bei Adler Buldern in der ersten Mannschaft gespielt hat, zeichnet sich bereits seit drei Jahren für die Adler-Reserve verantwortlich – erst eine Spielzeit als spielender Co-Trainer unter Christian Reisener, dann seit Sommer 2015 alleinverantwortlich. Und die Bulderner sind schließlich Ligakonkurrent der Beerlager. „Ich sehe da ein großes Potenzial“, versichert Tetzlacht. „Auf der Beerlage spielen viele gute Jungs.“

Dass er einen Tapetenwechsel anstrebt, hat nichts damit zu tun, sich in Buldern möglicherweise nicht mehr wohlzufühlen. Nein, diesem Verein habe er viel zu verdanken, betont er. Jetzt aber sei es an der Zeit, den nächsten Schritt zu machen – und der bedeute: „Ich möchte eine erste Mannschaft übernehmen.“ Und das möglichst in der Kreisliga Coesfeld. Anfragen aus dem Essener Raum, wo er sei eineinhalb Jahren wohnt, habe es ebenfalls gegeben. „Ich wollte aber gerne in dieser Liga bleiben“, lacht er. „Hier kenne ich jeden Sportplatz und nahezu jeden Trainer.“

Philipp Mersmann und Julian Tacke haben den Kontakt geknüpft. Sie waren auf der Suche nach einem Nachfolger für das aktuelle Trainerduo, denn Tacke und Lennart Götte wollen nach der Saison in die zweite Reihe treten und nur noch als Spieler für die Beerlager aktiv sein. „Julian kenne ich aus meiner gemeinsamen Zeit mit ihm bei der TSG Dülmen“, erzählt Timo Tetzlacht. Auf die Zusammenarbeit mit ihm freut er sich riesig. „Ein großartiger Charakter“, lobt er Tacke. „Ich habe noch nie irgendwo einen Typen erlebt, der so mannschaftsdienlich ist wie er.“

Gemeinsam wollen sie künftig auf dem Platz stehen. Tetzlacht selbst ist ein Abwehrmann, und den können sie auf der Beerlage gut gebrauchen. „Die Defensivarbeit ist nicht so überragend“, formuliert er es angesichts der 68 Gegentore in 20 Spielen, ein Schnitt von 3,4 pro Partie. Da müssen sie ansetzen „Wenn wir die Zahl der Gegentore halbieren, spielt die Mannschaft im oberen Drittel mit.“

Zukunftsmusik. Erst einmal geht es darum, die Klasse zu halten – zumal der Start der Beerlager nach der Winterpause mit drei Niederlagen nicht wirklich optimal gelaufen ist. „Wenn der Kader so zusammenbleibt, würde ich die Mannschaft auch in der C-Liga übernehmen“, erklärt der 38-Jährige, der natürlich fest davon ausgeht, dass die Schwarz-Weißen die Kreisliga B halten. Auf Geschenke dürfen sie jedoch nicht hoffen, wenn schon in Kürze am 26. März das Heimspiel gegen Adler Buldern II und den künftigen Spielertrainer ansteht. „Die Jungs haben den Karren selbst in den Dreck gefahren, jetzt müssen sie ihn auch wieder herausziehen“, sagt Timo Tetzlacht. „Bis zum 30. Juni gebe ich 120 Prozent für Buldern, danach für SW Beerlage.“

Leserkommentare
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4708237?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947787%2F947815%2F