Handball: Im Simbabwe erlebt Helmut Martin zurzeit seine bisher größten Lehrgänge „Shumba“ weckt die Begeisterung

Billerbeck. Seinen Spitzennamen hatte er schnell verpasst bekommen. „Shumba“, so bezeichnen die Einheimischen den Löwen, den sie sehr verehren – und „Shumba“ nennen sie nun auch Helmut Martin. Ein großes Zeichen der Anerkennung für den Billerbecker, der noch bis zur kommenden Woche in Simbabwe weilt, wo er als „Handball-Entwicklungshelfer“ unterwegs ist. „Mein bisher größer Einsatz“, lächelt der 67-Jährige. Denn allein in der Hauptstadt Harare haben über 50 Lehrer an seinem Intensivkurs teilgenommen.

Von Frank Wittenberg
Handball: Im Simbabwe erlebt Helmut Martin zurzeit seine bisher größten Lehrgänge : „Shumba“ weckt die Begeisterung
Foto: az

Die Befürchtungen, sein Lehrgang im Rahmen des Programms „Handball at school“ der IHF (International Handball Federation) könnte sich ähnlich problematisch gestalten wie im vergangenen August im Nachbarland Südafrika, ließen sich schnell zerstreuen. Trotz Ferien, trotz Wochenende, in Harare fanden sich 52 und in Kadoma, wo er den Kurs gestern abschloss, immerhin 34 Teilnehmer ein. „Die Lehrer kommen immer aus drei Provinzen zusammen und werden in den Internaten untergebracht, weil die Schüler ja Ferien haben“, berichtet Martin aus Simbabwe.

Die Begeisterung bei 35 Grad und Sonnenschein ist riesig. Und beeindruckt zeigt sich Helmut Martin vom Einsatz der Lehrer, die zuvor über nahezu kein Wissen über den Handball verfügt hätten. „Sie hatten nie einen solchen Ball in der Hand, aber wenn du siehst, was sie nach nur zwei Tage drauf haben, dann ist das ein großer Fortschritt“, freut sich der 67-Jährige. Noch nie zuvor bei seinen fünf vorherigen Einsätzen in Armenien, der Mongolei, den Färöer Inseln, Papua-Neuguinea und Südafrika habe er mit einer so großen Gruppe gearbeitet. „Und weil sie so gut mitarbeiten, haben sie so viel gelernt.“ Dieses Wissen sollen sie künftig in den Schulen an die Kinder weitergeben und so dazu beitragen, dass der Handball in Simbabwe bekannter wird.

50 Teilnehmer haben letztlich in Harare die Voraussetzungen erfüllt und bekamen die D-Lizenz überreicht, die Martin gemeinsam mit dem Handball-Präsidenten Simbabwes, Stewart Sanhewe, übergab – erstmals überhaupt ist damit in einem afrikanischen Land diese Lizenz übergeben worden. „Damit ist es auch möglich, in Vereinen oder Schulen Mannschaften aufzubauen und zu trainieren“, erklärt der Billerbecker. Entsprechend froh zeigt sich Stewart Sanhewe: „Wir sind sehr glücklich, einen Kurs von dieser Bedeutung organisiert zu haben und als erstes afrikanisches Land diese Lizenz zu bekommen. Darauf können wir als gesamtes Land sehr stolz sein.“

Gestern Abend hat Helmut Martin den zweiten Kurs in Kadoma abgeschlossen. Heute geht es direkt weiter in der Stadt Bulawayo, in der erneut Lehrer aus drei Provinzen zusammenkommen und wo er am Sonntag seine offizielle Mission abschließen wird. Zwischendrin lernt der ehemalige Sport- und Erdkundelehrer viel von Land und Leuten kennen. Dabei stößt er auf eine große Gastfreundschaft. „Am Mittwoch bin ich in der Mittagspause in eine große Näherei geführt und vermessen worden“, lächelt Martin. „Ich bin mal gespannt, was die mir jetzt schneidern.“ Und die Landesküche durfte er ausgiebig kosten – am Dienstag in Kadoma wurden gebratene Raupen gereicht, nett angerichtet mit Gurken und Tomaten. „Sehr knusprig“, fand er das Gericht durchaus lecker. „Und es hat einen hohen Proteingehalt.“

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