Billerbeck
Kuhlage sorgt für den Torhagel

Billerbeck. Als gestern um 21.26 Uhr der Abpfiff in Bösensell ertönte, zog Steffen Szymiczek ein Gesicht, als sei ihm eine Laus über die Leber gejoggt. „Der 3:2-Sieg fühlt sich nicht gut an“, klagte der Billerbecker Trainer, „dass wir nicht 4:1 gewonnen, ist bitter und höchst ungerecht. Wir hätten unsere Konter nutzen müssen.“

Donnerstag, 07.06.2018, 22:44 Uhr

Vorsicht, Tiefflieger! Tim Schölling, der Schnapper aus Bösensell, lag quer in der Luft. Weil ihn Felix Leimkühler (rechts) bei seiner Flugparade störte, konnte Schölling den Ball nur abwehren. Dummerweise flog er vor die Füße von Niklas Kuhlage (links), der das 1:0 erzielte. Foto: Ulrich Hörnemann

Die erste Chance im ersten von zwei Entscheidungsspielen erarbeiteten sich die Gelb-Schwarzen aus Bösensell – und was für ein dickes Ding! Robin Voßkühler (7. Minute) zielte zu genau und traf den Außenpfosten. Auch die nächste Möglichkeit hätte die Führung sein müssen. Völlig frei stand Florian Bussmann vor der Bude von Tim Schürhoff. Doch traf er den Ball nicht und schlug ein Loch in die Luft – eine Szene wie gemacht für die Sendung Pleiten, Pech und Pannen. „Mensch, Bussmann“, war unterm Tribünendach zu hören, „annehmen, gucken, schießen.“ Ja, wenn das so einfach wäre . . .

Nach diesen beiden Schockermomenten besaßen die Gäste mehr Feldvorteile, doch produzierten sie lange Zeit keinerlei Gefahr im gegnerischen Sechzehner. Aber in der 38. Minute schnappte Billerbeck zu: Thomas Aupert schlug eine Maßflanke von der linken Seite. Schnapper Schölling kam aus seinem Kasten geflogen, wurde gestört von Felix Leimkühler und kriegte die Kugel nicht zu fassen. Niklas Kuhlage, ein Filou, ahnte, was kommen würde. Goldrichtig stand er bereit und nagelte den Ball mit Schmackes unter den Balken. Von dort prallte er klar hinter der Linie auf, dafür brauchte man keine Torkamera, das hatte jeder gesehen. 1:0!

Im zweiten Durchgang gaben die Billerbecker weiter den Ton an und blickten dann in der der 56. Minute etwas betreten aus ihren Trikots. Bösensell kam durch Nils Schulze Spüntrup aus heiterem Himmel zum 1:1-Ausgleich. „Da haben sich unsere Jungs in die Augen geschaut“, erzählte Steffen Szymiczek, „und ruck zuck zwei Treffer nachgelegt.“ Jan Deitert (59.) schoss energisch aufs Tor. Mirko Lips fälschte ab zum 1:2. Deitert (61.), ein hochbegabter Bursche aus der A-Jugend, war kurz darauf auch für das 3:1 verantwortlich, als er einen Querpass von Niklas Kuhlage sicher verwandelte.

Bösensell blieb mit Standards brandgefährlich, Billerbeck mit pfeilschnellen Kontern. Markus Möllering sah bei einem dieser Angriffe völlig überraschend die gelbe Karte (89.). Weil es seine Fünfte war, fehlt er am Sonntag. Dumm gelaufen! „Mölle“ tanzte wenig später den Keeper und zwei Abwehrmänner aus und verpasste das 4:1, weil ein Gelber den Fuß dazwischen bekam. „Die bessere Option wäre ein Querpass zu ‘Pepe’ Daldrup gewesen“, ärgerte sich Szymiczek, „Calvin Majewski hatte auch noch eine Chance.“ Blöderweise verkürzte Nils Schulze Spüntrup (90. + 4) kurz vor knapp auf 2:3, was unnötig war. 7 SV Bösensell - VfL Billerbeck 2:3; Tore: 0:1 Niklas Kuhlage (39.), 1:1 Nils Schulze Spüntrup (56.), 1:2 Mirko Lips (59., ET), 1:3 Jan Deitert (61.), 2:3 Nils Schulze Spüntrup (90. + 4)

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