Billerbeck
Noch fehlt das letzte Sahnehäubchen

Billerbeck. Am Tag danach, als Steffen Szymiczek früh am Morgen in den Spiegel schaute, konnte er schon wieder lächeln. „Abends war ich noch richtig pampig“, sagt der Billerbecker Trainer und denkt an die drei Hochkaräter, die sie am Donnerstagabend beim 3:2-Sieg in Bösensell in der Endphase vergeigt hatten. „Was soll ich mich ärgern? Bringt ja nix! Wir haben das Hinspiel gewonnen. Ist doch geil!“

Samstag, 09.06.2018, 06:28 Uhr

Ein Tor und eine Torvorlage: Niklas Kuhlage (rechts), der effektivste Spieler in einem starken Billerbecker Kollektiv. Fotos: Ulrich Hörnemann Foto: az

Jetzt steigt er in die Analyse ein. „Die Chancenverwertung war nicht besonders toll“, gibt Szymiczek seine erste Erkenntnis preis, „da haben wir noch viel Luft nach oben.“ Ja, als das 3:1 gefallen war, drängten sie weiter auf ein nächstes Tor. „Na klar hätten wir hinten dichtmachen können. Aber das ist nicht unsere Art! Mit feinen Spielzügen haben wir uns Möglichkeiten für ein 4:1 oder 5:1 erarbeitet – und sie leider nicht genutzt .“

Das 2:3 in der Nachspielzeit war ein Stimmungskiller. „Frustriert war ich. Total frustriert.“ Den Erfolg im ersten von zwei Entscheidungsspielen um den Aufstieg in die Bezirksliga konnte er nicht mehr genießen.

Der Ärger ist mittlerweile verraucht. Steffen Szymiczek blickt nach vorn. „Am Sonntag werden wir das Werk vollenden“, strahlt er eine Riesenportion Optimismus aus, „das lassen wir uns nicht mehr nehmen.“ Mit der Unterstützung der Fans, „die blaue Wand“, wie Szymiczek den treuen Anhang nennt, soll der zum Greifen nahe Aufstieg realisiert werden. „Wir bleiben hochkonzentriert und werden uns nicht in Sicherheit wiegen!“ Dass ihm wichtige Teile seiner Mannschaft weggebrochen sind, lässt ihn nicht kalt, doch tut er alles, um die Lage zu beruhigen.

In der Tat wird die Liste der Ausfälle größer und größer. Nach Keeper Hendrik Gausling (Gehirnerschütterung) und Innenverteidiger Andreas Lembeck (Nasenbeinbruch), die sich ihre Blessuren beim 0:2 gegen den A-Liga-Meister aus dem Raum Ahaus, SpVgg. Vreden II, zugezogen haben, wird auch Markus Möllering zuschauen müssen, da er sich in Bösensell in der Schlussphase die fünfte Gelbe abgeholt hat. „Natürlich wird uns ‘Mölle’ sehr, sehr fehlen, auch vom Typ her“, stellt Szymiczek fest, „ob als Verteidiger oder als Sechser – er hat 2018 überragend gespielt.“ Auch Jan Deitert, der junge Wilde, der für zwei der drei Treffer verantwortlich war, ist nicht dabei. „Jan hat sich den Hintern aufgerissen“, findet der VfL-Coach derbe Worte, um die Leistung des A-Jugendspielers zu beschreiben, „er hat seinen Dienst getan und fliegt in Urlaub.“ Den hat sich der Doppel-Torschütze auch redlich verdient. „Den Kader werde ich deshalb mit zwei Mann aus der ‘Zweiten’ und einen aus der A-Jugend verstärken“, kündigt Szymiczek an, „mit meinen Trainerkollegen Olli Terbohne und Sven Heuermann bin ich im Austausch.“ Sie harmonieren und kooperieren. O-Ton Szymiczek: „Ein schönes Gefühl.“ Auch das Team hinter dem Team wird im zweiten Treffen mit Bösensell Lücken haben. Daniel „Dübby“ Dübbelde, der Co-Trainer, und Michael Flieger, „mein Edelbetreuer“ (Szymiczek), fletzen auf „Malle“ in der prallen Sonne, während die Spieler auf dem Feld den Schweiß vergießen. „Da müssen wir durch“, bemerkt Szymiczek, „auch wenn die Truppe dünner wird, fühl’ ich mich nicht allein gelassen.“

Die Saison war halt anstrengend, der Verschleiß ist enorm. „Das macht nichts“, winkt Szymiczek ab, „ich werde mit absoluter Sicherheit eine Elf auf den Platz bringen, die vor Mentalität strotzt.“ Selbstbewusst, wie es seinem Naturell entspricht, verspricht er ein rauschendes Spiel: „Im Endspurt werden wir das Ding über die Ziellinie bringen!“ 7 Anstoß: Sonntag, 15 Uhr, Billerbeck, Kunstrasen, Helker Berg

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